Vortrag Dr. Christof Krieger (Mittelmosel-Museum, Traben-Trarbach): Urlaubsfreuden unter dem Signum des Hakenkreuzes. Mit »Kraft durch Freude« von Essen an die Mosel
09.04.2026, 18:00 - 20:00 - Keine Reservierung erforderlich!
Kostenfrei
Foto: Rheindampferfahrt der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF), 1938 c Peter Kleu/Fotoarchiv Ruhr Museum
Die nationalsozialistische Massenorganisation Kraft durch Freude (KdF) ist als sogenanntes „Feierabendwerk“ in der kollektiven Erinnerung verhaftet. Tatsächlich bedeuteten die vom gigantomanischen Organisationsdrang des NS-Regimes initiierten preisgünstigen Land- und Seereisen einen wichtigen Entwicklungsschritt hin zum Massentourismus unserer Tage. Doch ging es den Nazis dabei tatsächlich nur um harmlose Urlaubsfreuden, die die Arbeitskraft der Volksgenossen erhalten und stärken sollten oder steckte doch mehr dahinter? Welche Zwecke verfolgte das NS-Regime wirklich mit seinen unter dem Signum des Hakenkreuzes millionenfach organisierten Gruppenreisen? Und wie verliefen diese Fahrten eigentlich genau? Wie suchte das Regime diese im ureigenen ideologischen Sinne zu instrumentalisieren?
Dies alles sind Fragen, denen der Historiker Dr. Christof Krieger einmal am Beispiel der Mosel nachgegangen ist. Avancierte die bekannte Weinregion in den Friedensjahren des Dritten Reiches doch neben Oberbayern zum beliebtesten Reiseziel von Hitlers Tourismusplanern, wobei der parteiamtliche Urlauberstrom nunmehr selbst auch das kleinste Winzerdorf erreichte, in denen sich bislang kaum ein Fremder verirrt hatte!
Auch aus dem Ruhrgebiet und insbesondere auch aus Essen wurden dabei diverse KdF-Sonderzüge ins Moseltal geleitet, deren Spuren Dr. Krieger einmal gezielt nachverfolgt hat. Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach, beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit der regionalen NS-Geschichte, wobei er bereits auch schon 2020 in Bochum über die dortigen „Weinpatenschaften“ des Dritten Reiches referierte.
