Denkmalpfad

Am 24.10.2011 wurde der Denkmalpfad "wieder-eröffnet".     Hier können Sie sich den aktuellen Denkmalpfad-Flyer 2020 herunterladen

Der Historische Verein für Stadt und Stift Essen hat den 1995 eingerichteten "Historisch-Archäologischen-Pfad" in Abstimmung und mit Unterstützung der Stadt Essen zu einem "Denkmalpfad" mit jetzt 35 Tafeln ausgebaut. Im September/OKtober 2020 wurden 4 weitere Tafeln aufgestellt. (36-39)

1. Bahnhofsvorplatz

Bahnhofvorplatz

In einer rasanten Entwicklung wuchs Essen im 19. Jahrhundert von einem kleinen Landstädtchen zu einer Großstadt heran. Der Bahnhofsvorplatz als Visitenkarte der Stadt war bei der Gestaltung der Innenstadt von besonderer Bedeutung .

Nachdem 1902 ein neues Bahnhofsgebäude eröffnet worden war, sollte das Umfeld neu gestaltet werden. Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof entstand 1911-1912 ein modernes Geschäftshaus: Der Handelshof (Architekten Carl Moritz/Werner Stahl) bot Platz für Geschäfte, Restaurationsbetriebe, Büros und ein Hotel.

Im östlichen Bereich des Bahnhofvorplatzes - auf dem früheren Gelände des Blechwalzwerkes der Firma Schulz Knaudt & Co. - schloss sich ursprünglich eine niedrige Wohnbebauung an. Diese kleinen Häuser wurden Anfang der 1920er Jahre abgerissen, als ein neuer Bau für die Börse beschlossen worden war.

Diese existierte in Essen bereits seit 1865 und hatte sich zu einer Spezialbörse für den Handel mit Anteilen an Bergwerksunternehmen entwickelt. Ihr überregionaler Rang manifestierte sich in dem Bau, der 1922-25 nach Plänen des Architekten Edmund Körner (1874-1940) errichtet wurde.

Als Pendant zur Börse entstand an der westlichen Seite des Bahnhofsvorplatzes das Essener Hauptpostamt , das in Etappen zwischen den Jahren 1924 bis 1933 gebaut wurde. Es ersetzte das erst 1903 eröffnete Postgebäude, das mit seinem Eckturm im neugotischen Stil gehalten war. Elemente der expressionistischen Formensprache bestimmten wie bei der Börse den Bau des neuen Hauptpostamtes (Architekt Hoeltz).

Alle drei Gebäude wurden im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut.

Zu diesem Zeitpunkt bildete der Bahnhofvorplatz mit dem Gebäudeensemble den Eingang zu einer veränderten Innenstadt: Die Essener Fußgängerzone gehörte zu den ersten in der jungen Bundesrepublik. Essen verstand sich als Zentrum des Einzelhandels im Ruhrgebiet. „Essen die Einkaufsstadt“ steht seit 1950 in Leuchtlettern auf dem Dach des Handelshofes. Der Platz zwischen Handelshof und Hauptpost ist aber erst seit 1994 fußläufig. Seitdem trägt er den Namen Willy-Brandt-Platz.

2. Stolpersteine

Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem - zumeist - letzten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt der Kölner Bildhauer.

Die Steine sind aus Beton gegossen und tragen an der Oberseite eine 10 mal 10 Zentimeter große Messingtafel, in die Demnig mit Hammer und Schlagbuchstaben die Überschrift HIER WOHNTE und darunter den Namen, die Lebensdaten - soweit bekannt - und das weitere Schicksal jedes einzelnen Menschen einstanzt. Seit 1993 arbeitet Demnig an dem Projekt Stolpersteine, das die Erinnerung an die während der nationalsozialistischen Diktatur vertriebenen, verfolgten und ermordeten Juden, Sinti und Roma, politischen Widerständler, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer lebendig erhalten soll.

Sein Ziel ist, dass die Menschen über die kleinen Messingsteine "stolpern" und völlig unvorbereitet in ihrem Alltag mit den Schicksalen von Verfolgten aus der NS-Zeit konfrontiert werden. Besonders wichtig ist für ihn, das Gedenken in unsere Lebensmitte zu rücken. Viele Menschen entdecken die Steine denn auch eher zufällig und realisieren teilweise erst durch sie, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Deportation und Vernichtung stattfanden.

Nach "Probeverlegungen" in Köln ließ Demnig 1996 in Berlin-Kreuzberg Stolpersteine in das Pflaster ein. Diese ersten Steine waren illegal verlegt, wurden später aber legalisiert. Die Bezirksverordnetenversammlung Kreuzberg beschloss in der Folge, die Verlegung von möglichst vielen Steinen zu unterstützen. Mittlerweile verlegt Demnig in ganz Deutschland Stolpersteine.

Die Aktion in Essen, die der Historische Verein für Stadt und Stift Essen betreut, begann 2004. Auf Initiative des ehemaligen Oberbürgermeisters Peter Reuschenbach fanden sich Spender und Paten zusammen, die die einzelnen Steine finanzieren. Der Stadt entstehen daher keine Kosten.

Die ersten Stolpersteine in Essen erinnern an Emma, Leo, Walter und Alfred Cussel, die in Essen zuletzt in dem sogenannten "Judenhaus" in der Kastanienallee lebten. Alfred Cussel und seine Kinder wurden in das Ghetto Izbica deportiert, das den Nationalsozialisten als Durchgangslager für die Vernichtungslager Sobibór und Bełżec diente. Niemand aus der Familie überlebte.
Das Projekt Stolpersteine wird in Essen fortgesetzt. Informationen über Patenschaften erteilt der Historische Verein Essen.

3. Kettwiger Tor

Kettwiger Tor

1244 beschlossen die Bürger der Stadtund die Dienstleute des Stiftes Essen den Bau einer Stadtmauer. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zog sich die Ausführung dieser gewaltigen Baumaßnahme hin. Die Mauer umschloss die Stadt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.
 Das an der Südseite der Stadt gelegene Kettwiger Tor ist als erstes der vier Stadttore 1288 in der urkundlichen Überlieferung bezeugt. Nach ihm waren sowohl das südliche Stadtviertel (burscap) wie auch eine der vier Hauptstraßen (platea Kettwich, 1330) benannt.
Schon zur Zeit seiner Ersterwähnung dürfte es massiv in Stein ausgeführt gewesen sein. Über seine Gestalt geben einige Stadtansichten seit dem 16. Jahrhundert Aufschluss. Übereinstimmend zeigen sie eine aus Haupttor und vorgelagertem Vortor bestehende Anlage. Wenn die Stadtansichten zuverlässig  sind, hat das Kettwiger Tor in der Frühen Neuzeit Veränderungen erfahren: Während die Ansicht von Braun/Hogenberg (1581) den Turm des Haupttores in gotischer Form mit Haube zeigt, ist auf einer Ansicht des späten 17. Jahrhunderts ein wesentlich gedrungenerer Turm mit Satteldach zu sehen. Das Vortor wurde von zwei Rundtürmen flankiert.
Mehr als fünf Jahrhunderte kontrollierte das Kettwiger Tor den südlichen Zugang zur Stadt. Die »Kölnische Straße« verband Essen über Werden bzw. Kettwig und Düsseldorf mit der rheinischen Handelsmetropole.
Der genaue Zeitpunkt des Abbruchs ist nicht bekannt, doch dürfte es spätestens im Zuge der Niederlegung des Mauerabschnitts zwischen Limbecker und Kettwiger Tor in den 1820er Jahren abgetragen worden sein.

4. Bauten am Kettwiger Tor im 20. Jahrhundert

Bauten am Kettwiger Tor im 20. Jahrhundert

Im südlichen Eingangsbereich zur City treffen 1950er-Jahre-Architektur und Baustil aus dem Kaiserreich aufeinander.

Das Eick-Haus wurde 1913-1915 nach Plänen des Architekten Georg Metzendorf 1874-1934) gebaut, der auch die Gartenstadt Margarethenhöhe gestaltet hat. Für die Firma „A. Eick Söhne“, die in Essen führend im Bereich Wohnungseinrichtungen und Teppiche war, entwarf er ein repräsentatives Geschäftshaus. Durch dessen Lage am ehemaligen südlichen Stadttor (Kettwiger Tor) und damit am Eingang zur Essener Innenstadt besaß es eine besondere städtebauliche Bedeutung.

Die prachtvolle Ausstattung hat den Zweiten Weltkrieg und die Veränderungen der Wiederaufbauzeit nicht überstanden. Die Verkaufsräume wurden den funktionalen Bedürfnissen der Nachkriegszeit angepasst und das Pagodendach durch ein Flachdach ersetzt.

Gegenüber dem Eick-Haus befindet sich das Haus am Kettwiger Tor (1953-1957). Der Architekt Wilhelm Eggeling setzte sich bewusst von der wuchtigen Geschlossenheit des benachbarten Handelshofes ab und entwarf einen schmalen Baukörper, der mit acht Geschossen in die Höhe strebt.

Das „Haus am Kettwiger Tor“ steht vor allem zum dahinter liegenden Allianzhaus in einer besonderen Beziehung. Es wurde ebenfalls von Eggeling entworfen, aber bereits 1952 gebaut. Mit dem zehngeschossigen Bauwerk begann in Essen der moderne Hochhausbau nach dem Krieg. Die unverblendeten Stahlbetonstützen und die Fensterreihung ergeben eine Rasterfassade, die typisch für das neue Bauen in den 1950er Jahren war.

5. Beghinenkonvent «Am Dunkhaus»

Beghinenkonvent «Am Dunkhaus»

Um das Jahr 1300 entstanden in Essen sechs Beghinenkonvente, in denen sich fromme Frauen aus dem städtischen Bürgertum und den stiftischen Bauernfamilien zusammenfanden.

Einer davon war der Beghinenkonvent „Am Dunkhaus“ in der Nähe der Stadtmauer an der heutigen Akazienallee. Er befand sich auf einer abteilichen Hofstätte, die ab 1314 als Konvent diente.
Beghinen verschrieben sich dem christlichen Armuts- und Keuschheitsideal, gehörten aber keinem Orden an. In Essen betätigten sie sich in der Kranken- und Armenpflege und gaben Unterricht. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich in der Hauptsache mit Spinnen, Nähen und Weben. Einen direkten Hinweis auf diese Tätigkeit gibt der Name „Dunkhaus“. „Dunk“ bezeichnet eine in den Boden eingetiefte Webstube.
Bei Ausgrabungen im Jahr 2003 wurden spärliche Mauerreste des Beghinenkonvents festgestellt. Außerdem wurden Reste eines Steingebäudes – ein Grubenhaus - frei gelegt, das jenseits der Stadtmauer stand. Die Funde gehören etwa in das 11. bis 13. Jahrhundert. Vermutlich befanden sich in diesem Haus Webstühle, wie der Fund eines Webgewichts nahe legt.
Eine Pollenanalyse wies nach, dass vor allem krautige und essbare Pflanzen vorherrschten. Dies deutet auf einen Nutzgarten hin. Es ist allerdings unklar, ob hier schon im 11. bis 13. Jahrhundert ein Konvent existierte, da auch die Beghinen am gleichen Ort mit Weben und der Anlage eines Nutzgartens ihren Lebensunterhalt bestritten.
Die Säkularisation 1802/03, die das Ende des Stiftes Essen bedeutete, ließ den Besitz der Essener Beghinen unangetastet, mit Ausnahme des Konvents „Am Dunkhaus“. Das Gebäude wurde 1803 als Militärlazarett beansprucht, und die Bewohnerinnen zogen zum Konvent „Zwölfling“, der nördlich der Münsterkirche lag. Das ehemalige Konventsgebäude wurde bis ca.1845 als Armenhaus genutzt. Der Abriss erfolgte am Ende des 19. Jahrhunderts.
Die Zeit der Beghinen in Essen endete 1843, als der letzte Konvent „Im Turm“ in eine Kongregation umgewandelt wurde. Die „Genossenschaft der Heiligen Elisabeth“ verschrieb sich der Krankenpflege im ersten Essener Krankenhaus, dem Elisabeth-Krankenhaus, das im ehemaligen Kapuzinerkloster (Kapuzinergasse) untergebracht war.

6. Bankenviertel

Bankenviertel

Die Expansion von Bergbau und Stahlindustrie im 19. Jahrhundert ließ die Industriestadt Essen zu einem Bankenzentrum im Ruhrgebiet heranwachsen. An der Lindenallee entwickelte sich ein Bankenviertel, in dem sich zahlreiche Kreditinstitute niederließen.

Städtebaulich möglich wurde dies durch den Umbau der Altstadt in den Jahren um 1900. An der Lindenallee entstanden repräsentative, zum Teil sogar monumentale Bankgebäude. Die Essener Credit-Anstalt , die bereits 1872 unter Mitwirkung des Industriellen Friedrich Grillo gegründet worden war, ließ 1898-1901 ihr Gebäude errichten. Die weithin sichtbare Kuppel setzte ein Zeichen für das neu entstehende Bankenviertel (Architekt Peter Zindel).

Die Entwicklung des Finanzplatzes Essen versinnbildlicht vor allem der Aufstieg des Privatbankhauses Simon Hirschland zu einem der größten Bankhäuser in Deutschland. 1841 gründete Simon Hirschland (1807-1885) das Institut, das aus einem Handelsgeschäft der Familie Hirschland hervorgegangen war. Sein Sohn Isaac Hirschland (1845-1912) weitete die Geschäftstätigkeit aus, indem er sich an der Finanzierung des Bergbaus beteiligte. Seine Söhne Kurt Martin und Georg Simon Hirschland (1882-1957 und 1885-1942) bauten schließlich die Bank zu einem Kreditinstitut mit internationaler Ausrichtung aus. 1910-1911 ließ das Familienunternehmen ein repräsentatives Palais bauen (Architekt Carl Moritz).

Die Familie Hirschland war als Mäzen in der Stadt Essen und der jüdischen Gemeinde bekannt. Sie unterstützte den Bau der Synagoge an der Steeler Straße (1911-1913) und den Ankauf der Gemäldesammlung von Karl Ernst Osthaus, die den Grundstein für das Museum Folkwang legte (1922).

Im Nationalsozialismus wurde ihr Unternehmen „arisiert“ und die Familie musste das Bankhaus mit hohen Verlusten verkaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Familie eine Wiedergutmachungszahlung, sprach sich aber dagegen aus, dass die Bank wieder ihren Namen führen sollte. Zur Erinnerung an die Familie wurde 1985 der angrenzende Wiener Platz in Hirschlandplatz umbenannt.

Das Bankenviertel wurde 1929 mit einem Verwaltungsgebäude abgerundet, das als erstes „Hochhaus“ Essens galt. Das Deutschlandhaus (Architekt Jacob Koerfer) bildet mit dem Baustil der Neuen Sachlichkeit einen Kontrast zu den traditionellen Bauten der Bankhäuser.

Ein weiteres Beispiel für modernes Bauen in den 1920er Jahren stellt der Gebäudeblock an der östlichen Seite des Hirschlandplatzes dar. Das Architektenbüro Georg Metzendorf & Jacob Schneider ließ dort die neue Sparkassenhauptstelle errichten (1928-30). Das neungeschossige Turmgebäude der Stadtsparkasse prägte das Stadtbild der City. Der aus der Fassade heraus springende Dreieckserker, angestrahlt von der Lichtreklame „Sparet bei der Sparkasse“, sollte ein neues Wahrzeichen der City werden.

Der Gebäudekomplex (heute Theaterpassage) bot außerdem Platz für ein Möbelhaus, ein Kaufhaus und das Kleinkunsttheater „Casa Nova“.

7. Kapuzinerkloster

Kapuzinerkloster

Zwischen Kapuzinergasse und Lindenallee befanden sich vom ausgehenden 13. bis zum 19. Jahrhundert nacheinander ein Beghinenkonvent, eine Kapuzinerniederlassung und ein Kon­vent der Barmherzigen Schwestern vom gemeinsamen Leben der heiligen Elisabeth.

1288 stiftete der Essener Kanoniker Heinrich von Kettwich sein in der Nähe des Kettwiger Tores gelegenes Anwesen, um einer Gemeinschaft von Frauen dort ein frommes Leben zu ermöglichen. Dies war die Geburtsstunde des Beghinenkonvents »Im Kettwig«, des ältesten der insgesamt sechs Essener Konvente.
Die ehelos lebenden Schwestern widmeten sich dem Gebet, der Krankenpflege und der Garnspinnerei, waren jedoch keiner Ordensregel unterworfen und durften jederzeit ihre »Wohngemeinschaft« wieder verlassen. Der von etwa zehn bis zwölf Personen gebildete Kon­vent ließ in den 1460er Jahren eine Kapelle errichten.
Als der Konvent zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf wenige Schwestern geschrumpft war, siedelte die Äbtissin des Stifts, Maria Clara von Spaur, hier Kapuziner an, um die 1563 zum Protestantismus übergetretene Bürgerschaft im katholischen Sinne zu beeinflussen.

Das 1618 – 1620 erbaute Kloster, dessen baufällig gewordene Kirche in den 1740er Jahren neu aufgeführt wurde (abgebrochen 1912), schloss 1834 seine Pforten.

Nach einer gründlichen Renovierung der Gebäude hatten die Barmherzigen Schwestern von der heiligen Elisabeth seit 1843 hier ihr Kloster, in dem sie bis 1893 Kranke pflegten. Die Kapuzinerniederlassung war namengebend für diese Gasse, die ihren heutigen Namen zumindest seit Anfang des 18. Jahrhunderts trägt.

8. Das Gelände der Dinnendahlschen Fabrik

Das Gelände der Dinnendahlschen Fabrik

Fast zeitgleich entstanden im Umfeld des Theaters zwei Gebäude, die stellvertretend für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Essens im 20. Jahrhundert stehen. Zugleich verweist das benachbarte Gelände auf die Anfänge der Industriegeschichte der Stadt.
1907/1908 wurde hinter dem Theater ein Kulissenhaus errichtet. Eine Brückenkonstruktion in der ersten Etage verband es direkt mit der Hinterfront des Theaters. Die Nähe von Werkstätten und dem Fundus der Bühnendekorationen brachte Vorteile für die Theaterarbeit mit sich.
Der Bau des gegenüberliegenden Hauptsteueramtes (1907-08) legt Zeugnis ab für die gewachsene Bedeutung der Industriestadt Essen. Hier konnten sämtliche Steuersachen einschließlich des Verkehrs mit dem Ausland und der Verzollung erledigt werden.
Der klassizistisch geprägte Putzbau (entworfen vom Geheimen Baurat Spillner und dem Geheimen Regierungs-Baumeister Gerstenfeldt), befindet sich auf historisch bedeutsamen Gelände. Hier stand die Maschinenfabrik des Industriepioniers Franz Dinnendahl (1775-1826). Der Sohn eines Müllers aus Horst bei Steele arbeitete sich zum „Mechanicus“ und Fabrikanten hoch, der eine der ersten Dampfmaschinen in Deutschland baute.
1807 zog er von Altendorf an der Ruhr nach Essen und gründete eine Maschinenfabrik. Hier baute er mit seinen Arbeitern unter anderem eine Dampfmaschine für die Zeche Sälzer-Neuack, die zum ersten Mal bei der Förderung von Kohlen eingesetzt wurde.
Auch in seiner Fabrik führte Dinnendahl technische Innovationen durch. 1818 richtete er dort eine Gasbeleuchtungsanlage ein, die er mit dem Essener Apotheker Franz Wilhelm Flashoff entwickelt hatte.
Nach einem Feuer (1821) verlegte Dinnendahl die Fabrik zu seiner Gießerei in die Nähe der Spillenburg (Bergerhausen).

9. Grillo -Theater

Grillo-Theater

Mit dem 1890-1892 errichteten Bau erhielt Essen als erste Stadt im Ruhrgebiet ein städtisches Theater.

Schon vor dem Theaterbau gab es in Essen ein Theaterleben. Wandertruppen traten in Gaststätten oder auch in Scheunen oder Zelten auf. Diese Situation änderte sich mit der Initiative des Unternehmers Friedrich Grillo (1825-1888). Am 14. Oktober 18 87 hatte Grillo in der Essener Stadtverordnetenversammlung erklärt, dass er seiner Heimatstadt ein Theater zu bauen gedenke. Doch noch vor Unterzeichnung der Schenkungsurkunde starb er. Seine Witwe Wilhelmine Grillo, geborene von Born, führte seinen Willen aus und spendete 685.000 Mark für den Bau.

Der Berliner Heinrich Seeling, einer der führenden Theaterarchitekten im Deutschen Reich, entwarf ein monumentales Gebäude. Mit Kuppel und Freitreppe erhielt das Theater einen repräsentativen Charakter, der sich von der damaligen kleinstädtischen Bebauung der Innenstadt stark abhob.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theatergebäude fast vollständig zerstört. Erst Ende 1950 konnten wieder Aufführungen stattfinden. Den Wiederaufbau des nun nach seinem Mäzen benannten Theaters unterstützten Essener Bürger und Unternehmer durch zahlreiche Spenden. Es entstand ein schlichteres Gebäude in neuklassizistischer Prägung mit einem Portalvorbau.

10. Mittelalterlicher Friedhof

Mittelalterlicher Friedhof

Der Name der Kettwiger Straße ist bereits 1330 nachgewiesen. Zusammen mit der Viehofer Straße (1324 bezeugt) bildete sie die alte Nord-Süd Verbindung zwischen den gleichnamigen Stadttoren im Süden und Norden. Ausgrabungen haben 1992/1993 Teile eines Gräberfeldes unmittelbar unter dem Straßenpflaster freigelegt, das vermutlich vom 6. bis spätestens zum 12. Jahrhundert in Benutzung war.

Im Herbst 1992 wurden in der Kettwiger Straße, zwischen dem Münster und der I. Dellbrügge, bei Kanalbauarbeiten Überreste eines großen Gräberfeldes angeschnitten. Über 90 Bestattungen, deren Holzsärge meist vergangen waren, sind dabei nachgewiesen worden. In der Regel lagen die Bestatteten mit dem Kopf nach Westen – ein Zeichen dafür, dass die meisten von ihnen Christen waren. Bis zu sechs Grabgruben überlagern einander in dem dicht belegten Gräberfeld, dessen Ausdehnung nicht ermittelt werden konnte. Die älteste usgegrabene Bestattung gehört etwa in das 6./7. Jahrhundert, die jüngste in das 11./12. Jahrhundert. Die obersten Gräber wurden von einer Lager aus Kieseln abgeschnitten, in die Wagenund Karrenspuren eingegraben waren.
Es handelt sich um die Spuren der Kettwiger Straße, die demnach in diesem zum Stiftsbezirk gehörenden Abschnitt spätestens im 13. Jahrhundert entstand. Auf der Höhe der »Lichtburg« stießen Stadtarchäologen auf mehrere große Gruben (Hausreste) des 11. — 13.(?) Jahrhunderts. Darin wurden neben Gefäßresten auch Speiseabfälle gefunden: Funde, die Einblicke in das Alltagsleben der mittelalterlichen Stadtbewohner geben. Etwas weiter südlich legte man Fundamente der Gräflich Rittberg’schen Kurie frei, einer Stiftsdamenresidenz des 17. Jahrhunderts, die im 19. Jahrhundert Sitz des Königlichen Bergamts wurde.

11. Kettwiger Strasse

Kettwiger Straße

Die 1920er Jahre bilden die große Zeit der Essener Architektur, in der Stadtplaner, Architekten und Künstler gemeinsam an dem Bild einer modernen Großstadt arbeiteten. Am Burgplatz entstand ein architektonisch anspruchsvolles Geschäftszentrum.

Als privates Projekt wurde 1925 das Geschäftshaus Blum errichtet. Auf dem Grundstück stand zuvor die Villa des Industriellen Friedrich Grillo, der ein ehemaliges Stiftshaus, die Lichtensteinische Kurie, umgebaut hatte.

Der jüdische Kaufmann Gustav Blum (1879-1935) beschäftigte 600 Mitarbeiter und war bekannt als Mäzen und Stifter. 1938 zwangen die Nationalsozialisten seine Söhne, das Geschäft unter Wert zu verkaufen. Von 1938 bis 1987 firmierte es als Kaufhaus Loosen.

Das Blumhaus erhielt mit dem 1926-28 entstandenen Baedekerhaus einen Anschlussbau. Der Baudezernent Ernst Bode (1878-1944) führte die von ihm entworfene Außengestaltung des Blumhauses weiter und präsentierte einen einheitlichen Gebäudekomplex.

Der monumentale Anblick wird unterstützt durch die vier Fassadenplastiken, die der Bildhauer Joseph Enseling (1886-1957) schuf. Die 3,60 m hohen Figuren stellen Wissenschaft, Handel, Arbeit und Kunst dar. Sie nehmen Bezug auf die Buchhandlung Baedeker (gegründet 1775).

Für das 1928 entstandene Lichtburggebäude an der Südseite des Burgplatzes wählte Ernst Bode eine neue Ästhetik. Das Büro- und Geschäftshaus entwarf er im Stil der Neuen Sachlichkeit.

Seinen Namen erhielt das Gebäude von dem Lichtburg-Kino, das bei seiner Eröffnung zu den modernsten in Deutschland zählte. Im Zweiten Weltkrieg wurden Kino und Gebäude schwer beschädigt. Nach dem Wiederaufbau 1948-50 entwickelte sich die Lichtburg zu einem der bekanntesten deutschen Uraufführungstheatern.

Sie zählt auch nachdem denkmalgerechten Umbau des Innenraums (2002/2003) immer noch zu den größten Kinos in Deutschland.

12. Burgplatz

Burgplatz

Der Burgplatz markiert den historischen Kern Essens. Nach schriftlichen Quellen befand sich hier eine frühmittelalterliche Hofanlage, von der aus im 9. Jahrhundert das Damenstift Essen gegründet wurde. Ausgrabungen haben in den 1920er und 1940er Jahren verschiedene Gebäude- und Befestigungsreste freigelegt.

Südlich der Münsterkirche erstreckt sich der Burgplatz, benannt nach einer »Burg«, die hier zur Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen im 7./8. Jahrhundert entstanden sein soll. Aus heutiger Sicht handelt es sich eher um eine umwehrte Hofanlage, die der Ausgangspunkt des im 9. Jahrhundert gegründeten Damenstifts Essen gewesen sein könnte.

Im Mittelalter entstand auf dem Gelände des Burgplatzes ein zum Münster gehöri- ger Friedhof, auf dem zwischen 1522 und 1817 eine Beinhauskapelle stand. Der Friedhof wurde 1830 aufgelassen und vor das Kettwiger Tor verlegt. Bis heute hat der Platz zahlreiche Veränderungen mit Bodeneingriffen erfahren, bei denen außer Gebeinen auch andere archäologische Überreste zum Vorschein kamen. Ernst Kahrs förderte im Frühjahr 1928 an der Südseite und an der Südostecke des Platzes die Überreste von zwei Befestigungssystemen zutage. Ein in den gewachsenen Boden eingetiefter Spitzgraben und Reste einer hölzernen Bewehrung gehören zu einer älteren, nord-südlich verlaufenden Befestigung. Darüber lag eine getreppte, an der Basis ca. 2,40 m breite gemörtelte Bruchsteinmauer mit vorgelagertem Spitzgraben und Palisade. Im Süden setzte sie sich – rechtwinklig nach Westen abbiegend – fort. Obwohl datierende Funde fehlen, ist diese Befestigung mit Sicherheit älter als die nach 1244 begonnene Stadtmauer.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde vor dem Burggymnasium ein Gebäuderest von mehr als 18 x 21 m Grundfläche freigelegt. Die in »Fischgrät- technik« gesetzten, 2 m mächtigen Mauerreste sowie die Keramikfunde weisen in die späte Karolingerzeit (9./10. Jahrhundert). Das Gebäude war abgebrannt. Der Ausgräber, Ernst Kahrs, sah darin den »Gutshof« des Stiftsgründers Altfrid, denn nach schriftlichen Quellen waren im Jahre 946 die ersten Stiftsgebäude durch einen Brand zerstört worden. Mauerstücke und Dimension der Fundamente lassen jedoch eher auch einen repräsentativen »Palastbau« schließen.

Burgplatz im 19. und 20. Jahrhundert

1834 kam es zur ersten geordneten Gestaltung des Platzes, nachdem 1827 der katholische Friedhof, der das nördliche Drittel des heutigen Burgplatzes einnahm, geschlossen worden war. Eine Grünanlage mit Bäumen entstand, die später zu einem sogenannten „Hofgarten“ umgestaltet wurde.

Mit dem Wachstum der Stadt erfuhr der Burgplatz weitere Veränderungen. Die Jesuitenresidenz, die seit 1824 als Gymnasium diente, wurde abgerissen. An gleicher Stelle wurde 1880-1882 das „Gymnasium am Burgplatz“ (heute „Burggymnasium“ ) erbaut. 1883 musste die Residenz der Fürstäbtissin wegen Baufälligkeit niedergelegt werden. 1898 erhielt der Platz einen neuen Akzent mit dem Denkmal für den deutschen Kaiser Wilhelm I. (Bildhauer: Hermann Volz).

Von 1924 an kam es zu einer umfassenden Innenstadterneuerung, die auch den Burgplatz betraf. Das Gelände, dessen Fläche bis dahin abschüssig war, wurde eingeebnet und durch eine große Treppenanlage mit der Burgstraße (heute Kettwiger Straße) verbunden. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde an den Rand des Platzes nahe der Lichtburg versetzt

1933 benannten die Nationalsozialisten den Burgplatz in Adolf-Hitler-Platz um und nutzten den Platz, der bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts der zentrale Versammlungsort in Essen war, für ihre Kundgebungen und Versammlungen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fanden hier die ersten Großveranstaltungen der neu gegründeten demokratischen Parteien statt.

In den 1950er Jahren erhielt der Burgplatz in Teilen eine neue Randbebauung. Für das Burggymnasium wurde ein Neubau errichtet (1952-1956, Architekt: Horst Loy). 1955/56 entstand an der nördlichen Seite ein Pfarrhaus (Architekt: Emil Jung). Es diente bald nach seiner Fertigstellung als Bischofshaus , da Essen 1958 Sitz des neu gegründeten Ruhrbistums wurde. Den Eingangsgiebel schmückt ein Werk des Bildhauers Ewald Mataré: der „Segnende Engel“.

Die in der Nachkriegszeit übliche Nutzung als Auto-Parkplatz endete erst mit Umbaumaßnahmen durch die Landschaftsarchitektin Helga Rose-Herzmann. Der Burgplatz wurde 1982/83 in einen sogenannten „Grünplatz“ umgestaltet, der in die Fußgängerzone der Kettwiger Straße einbezogen werden sollte.

2004 erhielt die südliche Seite des Platzes ein neues Gesicht: Die Sanierung des 1928 entstandenen Lichtburg-Gebäudes wurde abgeschlossen, und die Volkshochschule bezog ihr neues Domizil in einem verglasten Anbau (Architekt: Hartmut Miksch).

13. Essener Dom

Essener Dom

Der Dom, ehemals Münsterkirche, mit der im Westen vorgelagerten Anbetungskirche St. Johann Baptist, birgt die einzigen architektonischen Zeugnisse in der Essener Innenstadt, die ins Mittelalter zurück reichen (neben einem geringen Baubestand in der Marktkirche). Sie weisen in die Zeit, als Essen von Äbtissinnen regiert wurde: Das Frauenstift Essen bestand von der Mitte des 9. Jahrhunderts bis 1802/03. Die Säkularisation der geistlichen Territorien bedeutete auch das Ende des Essener Frauenstiftes. Fast 1.000 Jahre lang bildete die Münsterkirche das religiöse und herrschaftliche Zentrum von Essen.

Die Johanniskirche ist vermutlich aus einer Taufkapelle des 10. Jahrhunderts hervorgegangen, die zur Stiftskirche gehörte. Sie wurde später als spätgotische Hallenkirche neu gestaltet (1471).

Das Atrium, ursprünglich gegen 1060/70 ausgeführt, verbindet die Johanniskirche mit dem Westbau des Münsters.

Der Weg durchs Atrium führt nicht nur zur Münsterkirche, sondern auch zum Kreuzgang. Teile der ursprünglichen Anlage von 1240 finden sich heute noch im Ostflügel.

Zentrum des Stiftslebens war die Münsterkirche, die eine wechselvolle Baugeschichte erfuhr. Der Gründungsbau wurde Mitte des 9. Jahrhunderts von dem Stiftsgründer Altfrid als eine dreischiffige Basilika mit östlichem Querschiff errichtet.

Nach einem Stiftsbrand im Jahre 946 wurde die Kirche neu erbaut und um das Jahr 1000 mit dem berühmten ottonischen Westbau versehen. Mitte des 11. Jahrhunderts erfolgte der Bau der Krypta unter dem Hochchor.

Ein weiterer Brand zerstörte 1275 die Anlage in großen Teilen, allerdings blieben Westbau und Krypta erhalten. In den Jahren 1276 bis 1327 entstand ein gotischer Neubau, der als dreischiffige Hallenkirche ausgeführt wurde.

Der Zweite Weltkrieg fügte der Kirchenanlage umfangreiche Schäden zu. Unter schwierigen Verhältnissen leitete der Regierungsbaumeister Emil Jung den Wiederaufbau. 1958 wurde das Ruhrbistum errichtet. Die Münsterkirche, die nach der Säkularisation des Frauenstiftes als Pfarrkirche der Innenstadt gedient hatte, wurde zur Kathedralkirche der neuen Diözese Essen erhoben.

14. Häuser im Stiftsbezirk

Häuser im Stiftsbezirk

Westlich der Kettwiger Straße, gegenüber dem Essener Münster, wurden im Winter 1924/1925 und 1925/1926 bei der Errichtung der Geschäftshäuser Baedeker und Blum zwei große Baugruben geöffnet, die auf einer Fläche von ca. zweitausend Quadratmetern Bauten und Kulturgut aus dem Essener Mittelalter zutage förderten.
Unter der Leitung von Ernst Kahrs, dem damaligen Leiter des Ruhrlandmuseums, wurden hier die ersten umfassenden Ausgrabungen in der Essener Innenstadt durchgeführt. In der Baugrube Baedeker stieß er auf eine in Lehm gesetzte Bruchsteinmauer, die rechtwinklig verlief (2 x 5m lang) und aufgrund von Scherben in die frühe Karolingerzeit (8. Jahrhundert) datiert wird. Damit wurde der bis heute älteste Steinbau der Essener Innenstadt gefunden.
In der anderen Baugrube wurde ein 4,5 m hoch erhaltenes vierkantiges Gebäude (6,5 x 6,8 m), vielleicht ein Turm, freigelegt. Daneben kamen eine Kloake und ein Brunnen zum Vorschein. Sie waren aus Bruchsteinen, die in Lehm gesetzt waren, errichtet. In den unteren Schichten der Gebäude fanden die Ausgräber zahlreiche gut erhaltene Holzgefäße, beschriebene Wachstäfelchen, Fragmente von Gläsern und Keramik, darunter so genannte Kugeltöpfe und Siegburger Kannen aus dem 14. – 16. Jahrhundert.
Diese Zeugnisse aus dem spätmittelalterlichen Alltag stammen vermutlich aus den Haushalten Essener Stiftsangehöriger, denn das Grundstück befand sich in der Stiftsimmunität, dem durch eine Mauer abgegrenzten Bezirk des Stifts in der Stadt.

15. Kreuzgang des Münsters

Kreuzgang des Münsters

Das um die Mitte des 9. Jahrhunderts gegründete Kanonissenstift »Astnide« ist der historische Kern Essens. Zu dem um 870 geweihten Gründungsbau der Stiftskirche gehörte wahrscheinlich bereits ein Kreuzgang. Die Ausschachtung von Grabstellen für den Kapitelsfriedhof im Jahr 1992 förderte die Überreste mehrerer Bauphasen und ältere Siedlungsspuren zutage.

Eine mächtige Schicht aus Schutt des Zweiten Weltkriegs hat ältere Schichten ausgezeichnet konserviert: Es wurden drei »Pflaster« und, darunterliegend, frühere Spuren menschlicher Anwesen¬heit an diesem Ort ausgegraben. Die beiden oberen Pflaster aus Ruhrsandsteinen und Schieferstücken stehen wohl im Zusammenhang mit größeren Umbau- und Wiederaufbauarbeiten, die durch Brandkatastrophen oder auch durch Baufälligkeit des Münsters erforderlich wurden. So stammt das obere Pflaster etwa aus der Zeit zwischen 1275 und dem Beginn des 14. Jahrhunderts. Das zweite Pflaster wurde zwischen dem Brand von 946 und der Kryptaweihe von 1051 angelegt. Die Funde des dritten, untersten Pflasters aus groben Ruhrsandsteinplatten stammen aus dem 9./10. Jahrhundert, das heißt vermutlich aus dem spätkarolingischen Gründungsbau (850 – 870). Unter den weiteren Funden fallen einige aus der Zeit vor der Mitte des 8. Jahrhunderts auf, die wichtige Belege einer älteren Besiedlung der Innenstadt darstellen. Dazu gehören auch Besiedlungsspuren, die nach heutiger Einschätzung vorgeschichtlich, vielleicht eisenzeitlich sind (1. Jahrtausend vor Christus).

1996 wurden im Westteil des Münsters Reste einer Wasserleitung aus dem 11. Jahrhundert freigelegt, die zum Kreuzgang führte.

16. Steeler Tor

Steeler Tor

1244 beschlossen die Bürger der Stadt und die Dienstleute des Stiftes Essen den Bau einer Stadtmauer. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zog sich die Ausführung dieser gewaltigen Baumaßnahme hin. Die Mauer umschloss die Stadt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.

Das 1322 erstmals erwähnte Osttor (porta Grintberghe) war bis Anfang des 16. Jahrhunderts nach einer kleinen Anhöhe im Osten der Stadt benannt, später nach der Straße, die zu dem zum Stift Essen gehörenden Ort Steele (Stelsche porten , 1514) führte. Durch das Steeler Tor führte der Hellweg, einer der bedeutendsten Fernhandelswege des Mittelalters, über Dortmund, Soest, Paderborn, Braunschweig, Magdeburg und Berlin zu den ostpreußischen Hansestädten.

Auf der Altartafel des Barthel Bruyn von 1522/1525 ist die früheste bildliche Darstellung der Toranlage zu finden. Sie bestand aus einem Haupttor mit bescheidenem Turm und einem durch lange Torwangen mit diesem verbundenen Vortor. Letzteres war an den Ecken mit Rundtürmen versehen. Nach dem Tor war das östliche Viertel der Stadt, wohl die kleinste der vier »Bauerschaften«, benannt. Stadtseitig führte die Steeler Straße vom tiefergelegenen Tor hinauf zum Marktplatz. Feldseitig grenzte im Süden der abteiliche Teich, im Norden der lange Graben an die Toranlage. Die Niederlegung des alten Mauerrings in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutete auch das Ende des östlichen Stadtzugangs: 1823 wurde die gesamte Anlage auf Abbruch verkauft.

17. Bauten am Steeler Tor im 20. Jahrhundert

Bauten am Steeler Tor im 20. Jahrhundert

Außerhalb des alten Stadtkerns, vor dem ehemaligen Steeler Tor, entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere Bauten, die Zeugnis ablegten von der Vielfalt des religiösen Lebens in Essen: die Synagoge, die Altkatholische Friedenskirche und das katholische Hospiz.

Sie lagen am Jahrhundertbrunnen , dessen Grundsteinlegung am 3. August 19 02 stattfand. Genau 100 Jahre zuvor hatten preußische Truppen Stift und Stadt Essen, die bis dahin selbständig waren, in Besitz genommen. Der Münchener Bildhauer Ulfert Janssen entwarf eine Kolossalfigur aus Muschelkalk, die in stilisierter Form die Arbeit an sich darstellen sollte.

Im Jahr der Denkmaleinweihung – 1907 – fand ein Architektenwettbewerb für den Bau einer neuen Synagoge statt. Die Essener jüdische Gemeinde war mit der Großstadtwerdung Essens gewachsen und benötigte ein größeres Versammlungshaus. Der Architekt Edmund Körner (1874-1940) entwarf in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Rabbiner einen monumentalen Kuppelbau. So entstand 1911-1913 eine der größten Synagogen Deutschlands mit 70 Metern Länge, 30 Metern Breite und einer Kuppelhöhe von 34 Metern.

Die Synagoge überstand, wenn auch beschädigt, die Brandschatzung in der Pogromnacht durch die Nationalsozialisten (9./ 10. November19 38 ) und die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg.

Da das Gebäude für die neue Essener jüdische Gemeinde zu groß war, blieb es in der Nachkriegszeit lange ungenutzt. Erst 1961 wurde es für eine Designausstellung umgebaut. 1980 schließlich eröffnete die „Alte Synagoge“ – eine neue weihte die jüdische Gemeinde 1959 an der Sedanstraße ein - als Gedenkstätte und historisch-politisches Dokumentationsforum. Sie entwickelt sich heute hin zu einem Haus der jüdischen Kultur.

Drei Jahre nach Fertigstellung der Synagoge wurde 1916 die alt-katholische Friedenskirche geweiht. Die Trennung zwischen römisch-katholischer und altkatholischer Kirche erfolgte in den Jahren 1870 – 1874. Ausgangspunkte waren die Papstdogmen des I. Vatikanischen Konzils von 1870. In Essen bildete sich 1872 eine alt-katholische Gemeinde. Die Entwürfe für den ab 1912 im Auftrag der Stadt Essen geplanten ersten eigenen Kirchenbau der Gemeinde fertigte der Architekt Dr.-Ing. Albert Erbe (1868– 1922) als Leiter des Essener Hochbauamtes. Er betonte sowohl die Eigenständigkeit der Baugruppe aus Unterkirche (Gemeindesaal), Kirche, Pfarrhaus, Schule und Turm als auch ihre Ensemblewirkung mit der benachbarten Synagoge und dem Jahrhundertbrunnen. Backstein und Hausteinelemente sind die wesentlichen Materialien. Die farbenprächtige, rein ornamentale Ausgestaltung des Innenraumes als ein Dreiklang aus Glas, Wandmalerei und Mosaik schuf der niederländische Künstler Jan Thorn Prikker (1868 – 1932), der von 1913 – 1917 als Dozent an der neugegründeten Handwerker – und Kunstgewerbeschule in Essen wirkte. Die Kirche diente als Referenzbau der Schule. Seit 2002 hat die Kirchengemeinde unterstützt von zahlreichen Sponsoren das Gebäude saniert und die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Farbgestaltung des Innenraumes wiederhergestellt. Auch die pagodenförmige Turmhaube der Kirche wurde 2010 rekonstruiert.

Das benachbarte Katholische Stadthaus an der Bernestraße (Planung Architekt Hans Merl) diente ursprünglich als Hospiz des katholischen Gesellenvereins. Die 1912 fertiggestellte Fassade ist mit Handwerkersymbolen geschmückt. 1859 hatte der Verein ein erstes Gesellenhaus am Steeler Tor bezogen und 1895 zu einem Hospiz umgebaut. Hier konnten ledige Handwerksgesellen, die auf der Suche nach Arbeit in die aufstrebende Industriestadt kamen, essen und wohnen.

18. Abteigebäude

Abteigebäude

Die östlich der Münsterkirche gelegenen Abteigebäude waren vom Mittelalter bis zur Auflösung des adligen Damenstifts Essen im Jahre 1803 die Hauptresidenz der Fürstäbtissinnen. Die stattlichen Gebäude wurden wegen Baufälligkeit 1883 niedergelegt.

Der vorne auf der Fotografie von 1883 zu sehende, mit nur einer Fensterreihe versehene Bau war der älteste Teil der Gesamtanlage. Beim Abbruch gemachte Beobachtungen haben gezeigt, dass er bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückreicht. Über dem ehemals als Erdgeschoss anzusehenden Keller befand sich ein 23 m langer Saal (»Kaisersaal«), der im 19. Jahrhundert in mehrere Räume aufgeteilt wurde. Nach Süden schloss ein zweigeschossiges Gebäude an, das mit einer Länge von 32 m den nördlichen Teil noch übertraf. Dieser »Schloss« genannte Trakt diente den Äbtissinnen als Wohnung. Vor allem im Laufe des 17. Jahrhunderts in mehreren Bauabschnitten entstanden, waren diesem Teil zwei östliche Vorbauten angefügt, die zur Zeit der fotografischen Aufnahme bereits verschwunden waren. Die um 1680 entstandene Stadtansicht gibt einen guten Eindruck von den Baulichkeiten: Mit Die Abtey ist der südliche, jüngere Teil bezeichnet. Deutlich sind die beiden bis zur Mauer reichenden Vorbauten zu erkennen. Der rechts angrenzende ältere Teil ist dagegen etwas zu schmal dargestellt. Noch nicht zu sehen ist der rechtwinklig an die Südseite des Hauptgebäudes anstoßende Kanzleiflügel, da er erst 1697 fertiggestellt wurde. Auf dem Gelände der Abtei wurden bislang keine systematischen archäologischen Untersuchungen durchgeführt. Deshalb können Hinweise der Schriftquellen auf Vorgängerbauten des Früh- und Hochmittelalters einstweilen nicht bewertet werden.

19. Rathaus

Rathaus

Das Essener Rathaus, erbaut 1975-1979 nach Plänen des Darmstädter Architekten Theodor Seifert, beherrscht die Skyline der Innenstadt. Mit seinem 106 Meter hohen Turm ist es das höchste Rathaus Deutschlands.

Diesem Superlativ ging aber eine lange Wartezeit voraus. Die Stadt Essen hatte ihr altes Rathaus bereits 1964/65 abreißen lassen. Die Stadtverwaltung musste sich 15 Jahre lang mit provisorischen Lösungen begnügen. Oberbürgermeister und Oberstadtdirektor bezogen ihr Quartier im Amerika-Haus auf dem Kennedyplatz, im Volksmund liebevoll-spöttisch „Rathäuschen“ genannt.

1979 erhielten die Essener dann einen Neubau, den Kritikern als gigantomanisch bezeichneten. Auf 28 Etagen (mit Untergeschossen) verteilten sich rund 1.900 Arbeitsplätze, die Baukosten betrugen 189 Millionen DM.

Es war das erste Essener Rathaus, das sich nicht an der Marktkirche im Zentrum der Innenstadt befand. Die drei Vorgängerbauten standen an der Südseite des Marktes.

Das neue Rathaus wurde am östlichen Rand des alten Stadtkerns gebaut und verlieh der Innenstadt einen neuen Schwerpunkt. Auf einer Platte über der Schützenbahn entstand ein Einkaufszentrum, mit dem das Rathaus an die City angebunden wurde.

Das moderne Gebäude weist Verbindungslinien zu seinem Vorgänger auf: An der Fassade des Eingangsbereiches sind die Sandsteinfiguren der Heiligen Cosmas und Damian angebracht, den Essener Stadtpatronen. Der Bildhauer Heinrich Kröger schuf sie für das Rathaus von 1887.

Cosmas und Damian waren Ärzte in Kleinasien und wurden bei der Christenverfolgung unter dem Kaiser Diokletian zu Tode gefoltert und später heilig gesprochen. Der Gründer des Essener Stiftes, Bischof Alfrid, weihte ihnen zu Ehren die Stiftskirche.

20. Denkmalpfad Innenstadt

Denkmalpfad Innenstadt

Essens Innenstadt hat ihr architektonisches Gesicht seit der Mitte des 19. Jahrhunderts mehrfach grundlegend geändert. Repräsentative Verwaltungs- und Geschäftsgebäude traten an die Stelle der kleinstädtischen Bebauung und bestimmen das Stadtbild bis heute. Nur noch der Verlauf der Straßen, die Markt- und die Münsterkirche erinnern daran, dass sich hier der mittelalterliche Kern der modernen Großstadt befand.

Die Geschichte Essens reicht in das frühe Mittelalter zurück: Das Frauenstift Astnide wurde in der Mitte des 9. Jahrhunderts gegründet. Aus der Siedlung der Stiftsbediensteten entwickelte sich im 13. Jahrhundert die Stadt Essen.

Eine Stadtmauer umgab vom 13. bis ins 19. Jahrhundert den von drei- bis viertausend Einwohnern bewohnten Ort. Die meisten öffentlichen Gebäude (Rathaus, Fleischhalle, Stadttore und -mauer), Kirchen und Klöster sowie alle Wohnbauten sind in der sogenannten Gründerzeit um 1900 und infolge des Zweiten Weltkrieges zerstört oder ersetzt worden.

Archäologische Ausgrabungen insbesondere in den 1920er bis 1940er Jahren und wieder seit 1992 haben an vielen Stellen der Innenstadt Überreste der mittelalterlichen und prähistorischen Besiedelung Essens zutage gefördert; die Fundstellen selbst mussten jedoch wieder verschlossen werden. Die Funde werden im Ruhr Museum aufbewahrt.

Der Denkmalpfad durch die Essener Innenstadt erklärt die Geschichte verschwundener und noch bestehender Gebäude. Die wichtigsten Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen werden vor Ort erklärt und die Stadtentwicklung vor dem Hintergrund der Industrialisierung und der politischen Ereignisse erläutert.

Konzeption: Ruhrlandmuseum Essen und Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege der Stadt Essen

Gestaltung: Kommunikationskontor_Düsseldorf

Realisierung durch den Historischen Verein für Stadt und Stift Essen

21. Rathaus und Markt

Rathaus und Markt

Der Markt mit dem angrenzenden Rathaus bildete vom 13. bis ins 19. Jahrhundert hinein das wirtschaftliche und politische Zentrum der drei- bis viertausend Einwohner zählenden Stadt.

Im Jahr 1272 ist erstmals ausdrücklich ein Essener Stadtrat erwähnt. Das lässt bereits auf die Existenz eines Rathauses schließen. Während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit regierten und verwalteten von ihm aus die beiden Bürgermeister und zehn Ratsherren die Stadt. Vor dem Bau des heutigen Rathauses am Porscheplatz (1979) befand sich das Rathaus an der Südseite des Marktes gegenüber der Marktkirche. Drei verschiedene Gebäude sind für das 13. bis 20. Jahrhundert nachweisbar. Das erste Rathaus, ein massiver Steinbau mit hohen Staffelgiebeln an West- und Ostseite, stand bis Ende der 1830er Jahre. Das 1840 –1842 errichtete »zweite« Rathaus in klassizistischer Gestalt musste wegen der rasanten Bevölkerungsentwicklung bereits nach wenigen Jahrzehnten dem »dritten«, in Formen der Neu­gotik erbauten Rathaus (1878 –1888) weichen.

Der Marktplatz lag im Schnittpunkt zweier historischer Fernstraßen: dem Hellweg als bedeutender West-Ost-Achse und der Kölnischen Straße als Nord-Süd-Verbindung. Schon für das späte Mittelalter (14./15. Jahrhundert) sind neben dem Rathaus weitere »öffentliche« Gebäude bezeugt: im Westen angrenzend die Fleischhalle, in der seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts auch das städtische Niedergericht, das »Hallengericht«, abgehalten wurde; an der Westseite des Platzes das städti­sche Weinhaus, in einem an der Südseite des Marktkirchenturmes befindlichen Anbau die große Stadtwaage, ferner eine Vielzahl von leichtgebauten Verkaufsständen, die sich an das Rathaus, die Marktkirche, die Fleischhalle und die nicht genau lokalisierbare Brothalle anlehnten. An der Ostseite befanden sich die Fischbänke (Verkaufsstände) und einer der Frischwasserbrunnen.

22. Marktkirche

Marktkirche

Die Kirche am zentralen Platz der vorindustriellen Stadt ist in der Mitte des 11. Jahrhunderts als Kapelle der heiligen Gertrud erstmals erwähnt. Sie war die Pfarrkirche der Bürger und des Stadtrats und stand bis zur Reformation von 1563 unter der Kontrolle der Stiftsgeistlichen. Danach diente sie als evangelisch-lutherische Gemeindekirche. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurden 1952 nur die beiden östlichen Joche wiedererrichtet.

Zwischen 1993 und 1995 legten Archäologen in der Marktkirche und in ihrem Umfeld viele gut erhaltene Befunde frei, insbesondere aus dem Mittelalter.

Weit über hundert Gräber, die zum Friedhof der Kirche gehörten, wurden aus gegraben, ohne dass damit die Ausdehnung des Gräberfeldes ermittelt werden konnte. Bis zu sechs Gräber, meist Bestattungen in Holzsärgen, lagen übereinander. Einige befanden sich in einer Tiefe von nur 50 Zentimetern unter der modernen Straßenoberfläche. Die ältesten Bestattungen könnten aus dem 11. Jahrhundert stammen, wie zufällig in die Grabgruben hineingelangte Gefäßreste es vermuten lassen. Neben dem Friedhof konnten auch die Fundamente des Turmes und Teile des dritten Joches der Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut wurden, freigelegt und dokumentiert werden. Der romanische Turm könnte noch aus dem 12. Jahrhundert stammen. An seiner Südseite war seit 1399 in einem Anbau die große Stadtwaage untergebracht.

23. Kennedyplatz

Kennedyplatz

Der Kennedyplatz, zunächst Gildenplatz genannt, ist kein gewachsener Platz in der Essener Innenstadt, sondern das Ergebnis von Krieg und Wiederaufbau. Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Altstadt fast vollständig. 93 Prozent des Areals waren ein Trümmerfeld.

Um neue Verkaufsflächen für den Einzelhandel zu schaffen, errichtete die Stadtverwaltung provisorische Ladengeschäfte. Auf dem Gelände des späteren Kennedyplatzes, der ursprünglich bebaut war, wurden ab März 1949 einstöckige Ladenbauten verpachtet.

In direkter Nachbarschaft zur Ladenstraße öffnete am 22. Februar 19 52 das Amerika-Haus Ruhr seine Pforten (Architekt: Hermann Gehrung, Fassadenreliefs: Herbert Lungwitz). Mit seiner Leihbibliothek, Vorträgen und Ausstellungen diente es dazu, die Bevölkerung mit der amerikanischen Kultur bekannt zu machen.

1953 veränderte sich das Umfeld des Amerika-Hauses. Die Stadtplaner sahen für Essen im Wiederaufbau neue Freiflächen vor. Ein Kernstück war der neu geschaffene Gildenplatz , für den die Ladenstraße weichen musste. Mit der Namensgebung sollte die Tradition der Bürger- und Kaufmannschaft in Essen betont werden.

Mitte der 1950er Jahre entstand um den Gildenplatz und das Amerika-Haus eine für ihre Zeit typisch großstädtische Bebauung: das Allbauhaus (Architekt Willy Maximilian Schneider, 1954-56), das Hochhaus am Gildenplatz (Architekten Wilhelm und Hans Eggeling, 1955) und das Heroldhaus (Architekt Emil Jung, 1954-55). Vor allem letzteres weist Elemente einer modernen Architektur auf: eine plastische Rasterfassade und eine voll verglaste Ladenzone.

Nach der Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy 1963 wurde der Platz umbenannt. Im Jahr darauf verlor er aber seinen amerikanischen Bezugspunkt: Das Amerika-Haus schloss und ging in städtischen Besitz über. Es wurde in der Folgezeit als städtisches Verwaltungsgebäude, Ausstellungsort, Buchhandlung, Restaurant und Theater genutzt. Seit 1994 firmiert es als Europa-Haus.

24. Haus am Flachsmarkt-Wohn- und Geschäftshaus der Familie Krupp

Haus am Flachsmarkt - Wohn und Geschäftshaus der Familie Krupp

Der Bereich um den Markt und der nördlich angrenzende Flachsmarkt war die bevorzugte Wohngegend der vermögenden Essener Bürger im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Die Familie Krupp, die wohl aus religiösen Gründen aus den Niederlanden nach Essen kam und 1587 zum ersten mal urkundlich erwähnt wird, erwarb im Umkreis verschiedene Häuser und hatte hier lange Zeit ihren geschäftlichen und familiären Mittelpunkt.
1737 kaufte Friedrich Jodocus Krupp (1706 – 1757) das »Haus am Flachsmarkt «. Nach einem repräsentativen Umbau verlegte er dorthin den Handel mit Kolonialwaren, der den Wohlstand der Familie Krupp sicherte. Unter der Leitung seiner Witwe Helene Amalie Krupp (1732 –1810) entwickelte sich das Handelshaus zu einem florierenden Unternehmen. Mit kaufmännischer Erfahrung und unternehmerischem Engagement legte Helene Amalie Krupp einen Grundstein für das spätere Familienimperium. Sie vermehrte den Immobilienbesitz der Krupps, der im 19. Jahrhundert für die industriellen Unternehmungen der Familie von Nutzen war.
Im Wohn- und Geschäftshaus der Krupps am Flachsmarkt (Ecke Limbecker Straße) wurde 1787 Helene Amalies Enkel Friedrich geboren. Er erbte das Haus 1810 von seiner Großmutter und hier gründete er am 20. November 1811 die Firma Fried. Krupp.
Auch sein erster Sohn Alfred, der später als Industriepionier gefeiert wurde, kam in diesem Haus zur Welt (26. April 1812). Doch nach geschäftlichen Misserfolgen verließ Friedrich Krupp mit seiner Familie das Haus und zog in das Aufseherhaus auf dem Gelände seiner Gussstahlfabrik. 1824 musste das Haus verkauft werden. Zwei Jahre später verstarb Friedrich Krupp. Mit Hilfe der Familie führte der junge Alfred Krupp das Unternehmen weiter, welches er 1848 offiziell als Alleinbesitzer übernahm.

25. Hospital zum heiligen Geist

Hospital zum Heiligen Geist

Im Mittelalter wurde der Heilige Geist besonders als Beschützer von Siechen (Kranken) und Elenden (Fremden) angerufen. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts verbreiteten sich in Deutschland Hospitäler, deren Zweck die Pflege von Kranken und Obdachlosen, besonders jedoch die Versorgung von gebrechlichen Alten war.

Das Essener Hospital selbst sowie die zu ihm gehörende, der heiligen Elisabeth geweihte Kapelle, werden erstmals in einer Urkunde von 1340 erwähnt: Arme und Schwache wurden dort versorgt. Von Bürgern gestifteter Landbesitz und Geldrenten bildeten die materielle Grundlage dieser städtischen Einrichtung, der Ratsherren als Spitalspfleger vor­standen. Der Kreis der Spitalsbewohner war in der Regel auf Essener Bürger beschränkt, von auswärts kommende Arme und Pilger fanden im »Elendenhaus« in der I. Weberstraße Aufnahme, von der Lepra Befallene wurden im südlich der Stadt (Rüttenscheid) gelegenen Siechenhaus untergebracht. Der auf einem ansehnlichen Areal erbaute Komplex mit Wohngebäuden, Kapelle und Kornspeicher fiel dem Stadtbrand von 1438 zum Opfer, wurde aber einige Jahre später wieder aufgebaut. In der Kapelle fand 1563 der erste lutherische Gottesdienst Essens statt. Später diente sie der lutherischen Stadtschule und dem lutherischen Gymnasium als Schulgebäude. Nach einem Wechsel von privater und öffentlicher Nutzung wurde sie 1896 niedergelegt. Als Wohngebäude dienten mehrere alte Armenhäuschen, die 1734 durch ein ansehnliches zweistöckiges Fachwerkhaus ersetzt wurden. Letzteres wurde um 1900 abgerissen. Mit der Beseitigung der Hospitalsgebäude erfuhr der um die Mitte des 19. Jahrhunderts angelegte Kopstadtplatz eine bedeutende Erweiterung nach Westen.

26. Kopstadtplatz

Kopstadtplatz

Der Kopstadtplatz erfüllte in der Zeit der Industrialisierung drei wichtige Funktionen für die Stadt Essen: Er war zentraler Marktplatz, Stätte nationalen Gedenkens und Zentrum des Unterhaltungsgewerbes.

Der Name stammt von der Familie Kopstadt, die im 18. und frühen 19. Jahrhundert drei Bürgermeister stellte. Die Familie besaß ein Anwesen, das zum Grundstock des zukünftigen Platzes werden sollte. Die Stadt kaufte die Gebäude samt weitläufigen Garten, legte die Fläche frei und erweiterte die Zufahrtsstraßen. So entstand 1860 der Kopstadtplatz, der als neue Marktstätte dienen sollte, da die alte an der Marktkirche nicht mehr ausreichte, den Bedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Platz umgestaltet und erweitert. 1896 erfolgte an der westlichen Seite der Abriss der Kapelle des Hospitals zum Heiligen Geist, ein Jahr später des Hospitalgebäudes selbst.

Der Kopstadtplatz diente nicht nur als Marktplatz, sondern auch als Ort für die Essener Kirmes. Sie wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr zu einem Spektakel für ein großstädtisches Massenpublikum. Das Unterhaltungsgewerbe errichtete schließlich feste Bauten. Am 19. Januar 18 99 eröffnete am Kopstadtplatz das „Colosseum“, das mit 3.000 Plätzen zu den größten Varietés im Westen Deutschlands gehörte. Die Architekten Oskar und Bruno Kunhenn gestalteten ein Revuetheater mit moderner Ausstattung, das mit seiner Fassade Rokokoformen nachahmte.

Auf dem Kopstadtplatz stand auch das Kriegerdenkmal, dass der Oberbürgermeister Erich Zweigert am 2. September 18 91 enthüllte (Bildhauer: Ernst Seger). Es erinnert an die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 und 1870/71. 1958 wurde das Denkmal in das Nordviertel versetzt (Peterstraße/Kleine Stoppenberger Straße).

27. Limbecker Tor

Limbecker Tor

1244 beschlossen die Bürger der Stadt und die Dienstleute des Stiftes Essen den Bau einer Stadtmauer. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zog sich die Ausführung dieser gewaltigen Baumaßnahme hin. Die Mauer umschloss die Stadt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.

Das Limbecker Tor, 1323 erstmals erwähnt (porta Lindenbeke), bildete den westlichen Zugang zur Stadt. Es ist nach der Limbeke benannt, dem der westlichen Stadtmauer vorgelagerten Bach. Da die seit dem 16. Jahrhundert überlieferten Stadtansichten allesamt die Stadt von Osten zeigen, verfügen wir über keine bildliche Darstellung des gesamten Tores. Doch handelt es sich nach Ausweis der schriftlichen Überlieferung wie bei den anderen Toren um eine Anlage mit Haupt- und Vortor, durch lange Torwangen miteinander verbunden. Mit dem Bau des Limbecker Vortores 1418 fand der Mauerbau seinen Abschluss. Das Wasser des unter der Toranlage fließenden Grabens betrieb 1457 das Hammerwerk eines Harnischmachers, ab 1465 eine Lohmühle. Das Tor war namengebend für die westliche »Bauerschaft«, das bevölkerungsreichste der vier Stadtviertel. Wie archäologische Beobachtungen belegen, liegt das heutige, durch Aufschüttungen gehobene Geländeniveau im Bereich des Vortores deutlich über dem des Mittelalters. Stadtwärts führte die Limbecker Straße vom tiefergelegenen Tor hinauf zum Marktberg. Auf der Feldseite gelangte man westwärts in Richtung Altendorf und weiter nach Duisburg, Köln und Aachen.
Der genaue Zeitpunkt des Abbruchs ist nicht bekannt, doch dürfte es spätestens im Zuge der Niederlegung des Mauerabschnitts zwischen Limbecker und Kettwiger Tor in den 1820er Jahren abgetragen worden sein.

28. Limbecker Strasse-Essener Warenhäuser

Limbecker Straße - Essener Warenhäuser

Der Kaufmann Theodor Althoff (1858 –1931) aus Dülmen eröffnete 1903 einen Kaufhausneubau in bester Geschäftslage. Schon 1911/12 expandierte das Unternehmen. Auf einem Eckgrundstück an der Limbecker Straße und der Grabenstraße heute Friedrich-Ebert-Straße) entstand eines der größten Warenhäuser Deutschlands. Es bot 53 große Spezialabteilungen und 45 Unterabteilungen.Seit 1920 gehört es zur Karstadt AG. Der Karstadt-Hausarchitekt Philipp Schaefer vergrößerte das Gebäude 1931–32 und bekrönte den Eckturm mit einem beleuchteten Glaszylinder. In den 1950er Jahren verlegte die Karstadt AG ihren Zentraleinkauf und ihre Hauptverwaltung nach Essen.
1962 erhielt das Kaufhaus einen neuen Nachbarn: Die Kruppsche Konsumanstalt verlegte den Sitz ihrer zentralen Verkaufsstelle an den Limbecker Platz.1869 hatte Alfred Krupp einen von Arbeitern gegründeten Konsumverein übernommen und hn zur Konsumanstalt mit zahlreichen Verkaufsstellen ausgebaut. Das Warenangebot wurde vergrößert und 1874 eine zentrale Verkaufsstelle an der Ostfeldstraße (gegenüber vom Limbecker Platz und in direkter Nähe zur Kruppschen Fabrik) eröffnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit dem Aufkommen neuer Einzelhandelsketten
schwand die Bedeutung der Kruppschen Konsumanstalt. Ein Neubau am Limbecker Platz erwies sich als Fehlplanung. Er wurde 1969 an einen Warenhauskonzern verkauft. Die Situation des Essener Einzelhandels änderte sich grundlegend ab 2006, als mit dem Abriss dreier Warenhäuser am Limbecker Platz, darunter auch das Karstadt-Haus, begonnen wurde. 2008 eröffnete das Einkaufszentrum »Limbecker Platz«, das als eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren Europas gilt.

29. Stolpersteine

Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem - zumeist - letzten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt der Kölner Bildhauer.

Die Steine sind aus Beton gegossen und tragen an der Oberseite eine 10 mal 10 Zentimeter große Messingtafel, in die Demnig mit Hammer und Schlagbuchstaben die Überschrift HIER WOHNTE und darunter den Namen, die Lebensdaten - soweit bekannt - und das weitere Schicksal jedes einzelnen Menschen einstanzt. Seit 1993 arbeitet Demnig an dem Projekt Stolpersteine, das die Erinnerung an die während der nationalsozialistischen Diktatur vertriebenen, verfolgten und ermordeten Juden, Sinti und Roma, politischen Widerständler, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer lebendig erhalten soll.

Sein Ziel ist, dass die Menschen über die kleinen Messingsteine "stolpern" und völlig unvorbereitet in ihrem Alltag mit den Schicksalen von Verfolgten aus der NS-Zeit konfrontiert werden. Besonders wichtig ist für ihn, das Gedenken in unsere Lebensmitte zu rücken. Viele Menschen entdecken die Steine denn auch eher zufällig und realisieren teilweise erst durch sie, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Deportation und Vernichtung stattfanden.

Nach "Probeverlegungen" in Köln ließ Demnig 1996 in Berlin-Kreuzberg Stolpersteine in das Pflaster ein. Diese ersten Steine waren illegal verlegt, wurden später aber legalisiert. Die Bezirksverordnetenversammlung Kreuzberg beschloss in der Folge, die Verlegung von möglichst vielen Steinen zu unterstützen. Mittlerweile verlegt Demnig in ganz Deutschland Stolpersteine.

Die Aktion in Essen, die der Historische Verein für Stadt und Stift Essen betreut, begann 2004. Auf Initiative des ehemaligen Oberbürgermeisters Peter Reuschenbach fanden sich Spender und Paten zusammen, die die einzelnen Steine finanzieren. Der Stadt entstehen daher keine Kosten.

Die ersten Stolpersteine in Essen erinnern an Emma, Leo, Walter und Alfred Cussel, die in Essen zuletzt in dem sogenannten "Judenhaus" in der Kastanienallee lebten. Alfred Cussel und seine Kinder wurden in das Ghetto Izbica deportiert, das den Nationalsozialisten als Durchgangslager für die Vernichtungslager Sobibór und Bełżec diente. Niemand aus der Familie überlebte.
Das Projekt Stolpersteine wird in Essen fortgesetzt. Informationen über Patenschaften erteilt der Historische Verein Essen.

30. Synagoge in der Gerswidastr.

Synagoge in der Gerswidastraße

Vom ausgehenden 17. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert sind für Essen insgesamt vier Synagogen bekannt. Das zweite und das dritte Gebäude befanden sich zwischen Gerswidastraße und Kastanienallee.

Die erste bekannte Essener Synagoge stand an der unteren Bergstraße (heute: Im Zwölfling) und somit im Bereich der ummauerten Stiftsfreiheit. Sie wird erstmals in einem Ratsprotokoll von 1683 erwähnt.
1805 kaufte die von etwa hundert Personen gebildete jüdische Gemeinde ein Grundstück an der II. Weberstraße (heute: Gerswidastraße). Dort ließ sie eine neue Synagoge bauen, die 1808 eingeweiht werden konnte. Von der architektonischen Gestalt dieser »zweiten« Essener Synagoge ist nichts bekannt. Lediglich ihr Grundriss ist sowohl auf dem Urkatasterplan von 1823 als auch auf einem Lageplan von 1859 festgehalten. Als die Gemeinde auf ca. 600 Mitglieder angewachsen war, errichtete sie 1868 – 1870 einen Neubau an derselben Stelle.
Das sich über einer Grundfläche von 19 x 13 m erhebende Gotteshaus wies orientalische Stileinflüsse auf. Noch vor dem »Bauboom« der Gründerjahre im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts errichtet, kann es als eines der ersten historistischen Bauwerke Essens gelten.
Bis zum Bau der »vierten«, der sogenannten Alten Synagoge am Steeler Tor 1911/1912 diente es der Gemeinde als religiöser Versammlungsort. Nach verschiedenen profanen Nutzungen (Lagerhalle) wurde es 1937 abgebrochen.

31. Weberplatz

Weberplatz

Der Weberplatz gehört nicht zu den mittelalterlichen Platzanlagen in Essen, sondern wurde erst im Zuge der Umgestaltung der Innenstadt während der Hochindustrialisierung geschaffen.

Ursprünglich wohnten in diesem Umkreis die Essener Weber, die dem ganzen Viertel den Namen gaben. Nach dem Niedergang der Textilproduktion im 17. Jahrhundert und mit dem fortschreitenden Wachstum der Stadt im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Gegend zu einem Armenviertel, geprägt durch beengte Wohnverhältnisse und mangelhafte hygienische Verhältnisse.

Unter Oberbürgermeister Erich Zweigert (1849-1906) unternahm die Stadt große Anstrengungen, die Elendsquartiere zu beseitigen. Ein Teil des Sanierungsplanes bestand in der Anlage eines Platzes, der sowohl verkehrstechnisch eine Entlastung schaffen als auch die Dichte der Bebauung auflockern sollte. Die Freilegung des Platzes erfolgte zwischen 1895 und 1898 und berührte einen Teil des alten evangelischen Friedhofes, der bis 1827 als Begräbnisstätte gedient hatte.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Weberplatz entstand zwischen 1894 und 1896 die evangelische Kreuzeskirche (Architekt August Orth). Von außen her im Rundbogenstil des Historismus gehalten erschien die Kirche im Inneren in einer barocken Gestalt. Diese detailreiche Ausstattung wurde im Zweiten Weltkrieg vernichtet. Von 1949 bis 1953 wurde der Außenbau wiederhergestellt.

Eine weitere Begrenzung erhielt der Weberplatz 1913, als an seiner nördlichen Seite das Kaiser-Wilhelm-Ledigenheim gebaut wurde. Die evangelische Kirchengemeinde und der evangelische Arbeiterverein beauftragten den Essener Architekten Oskar Kunhenn ein Kost- und Logierhaus für junge, ledige Arbeiter zu entwerfen. Aus Anlass des 25jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelms II. erhielt es den Namen des Regenten.

1920 verkaufte die evangelische Gemeinde das Ledigenheim an die Stadtverwaltung. Es wurde zu einem Verwaltungs- und Bürogebäude umgestaltet.

32. Heckingsturm

Heckingsturm

Im Jahre 1865 fielen die letzten Reste der Essener Stadtbefestigung. Der mittelalterliche Heckingsturm war einer von mindestens sechs Rundtürmen, welche die Mauer zwischen den vier Toren verstärken sollten. War die Stadtmauer bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts noch in großen Teilen erhalten, so führte die Industrialisierung zum Abriss der ca. sechshundert Jahre alten Befestigung.

Ende Oktober/Anfang November 1995 wurde in dreiwöchiger Grabungstätigkeit ein ca. 2 x 6 m großer Suchschnitt im Bereich der Kreuzung Kastanienallee/ Turmstraße eröffnet, um die genaue Lage und Erhaltung des aus alten Kartenwerken bekannten Heckingsturmes zu erkunden.
Der Untergrund bestand in den oberen vier Metern aus modernen Aufschüttungen, aus denen vor allem Keramik des 18./19. Jahrhunderts, darunter Irdenware, Schieferplatten von der Abdeckung des Turms sowie Ziegel und Sandsteinblöcke geborgen werden konnten. Einige dieser Funde stehen wohl mit dem Abriss des Turmes in Zusammenhang. Unterhalb dieser Aufschüttung fanden sich in 4,5 m Tiefe, in den gewachsenen Boden eingetieft, die noch 60 cm hoch erhaltenen Überreste einer aus Sandsteinen im Mörtelverband gesetzten, stark verdrückten, grob Nord-Süd orientierten Mauer. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um die nordöstliche Kante des Turmfundamentes.

Aufgrund alter Fotografien und alten Kartenmaterials lässt sich der Durchmesser des ehemaligen Rundturmes auf ungefähr 7,30 m, die Höhe mit ca. 19 m berechnen. Die weiteren Turmfundamente, sofern sie erhalten sind, liegen noch unterhalb der Straßenkreuzung Kastanienallee / Turmstraße.

33. Beghinenkovent beim Turm

Beghinenkonvent beim Turm

Zwischen der Königstrasse, die im heutigen Stadtbild nur noch in einem Teilstück erhalten ist, und der Stadtmauer befand sich seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert das Haus eines Beghinenkonvents, das im 19. Jahrhundert als städtisches Armenhaus genutzt wurde.

Der Beghinenkonvent »Beim Turm«, einer der sechs Essener Konvente frommer Frauen in Mittelalter und Früher Neuzeit, wurde 1293 gegründet. Die ehelos lebenden Schwestern widmeten sich dem Gebet, der Krankenpflege und der Garnspinnerei, waren jedoch keiner Ordensregel unterworfen. Sie stammten größtenteils aus dem städtischen Bürgertum und den stiftischen Bauernfamilien. Der Name des Konvents rührt von seiner Lage zwischen Königstrasse und östlicher Stadtmauer her: Er lag an einer Stelle, wo ein Turm, der sogenannte Wasserturm, die Stadtmauer verstärkte.
Nachdem sich die Schwestern der Konvente Im Zwölfling und Beim Turm 1843 zur Genossenschaft der heiligen Elisabeth vereinigt und das ehemalige Kapuzinerkloster bezogen hatten, erwarb die Stadt 1845 das Gebäude. Seit 1846 diente es als Domizil des städtischen Armenhauses, das sich vorher in einem anderen Beghinenkonvent (»Dunkhaus«) an der südöstlichen Stadtmauer befunden hatte. Die städtische Armenkommission mit dem Bürgermeister und zwei Armenpflegern an der Spitze wachte darüber, dass nur alte, schwache und hilfsbedürftige Personen aufgenommen wurden. Gegen freies Wohnrecht führte der städtische Flurschütze die Aufsicht. Die Hausordnung hielt die Insassen zur Arbeit an und sah lediglich ein geringes wöchentliches Zehrgeld vor. Das einstöckige Gebäude wurde in der Folgezeit um ein Stockwerk erweitert. Wegen der räumlichen Enge und der schlechten Substanz des Gebäudes veranlasste die Stadt 1901 den Abbruch.

34. Viehofer Tor

Viehofer Tor

1244 beschlossen die Bürger der Stadt und die Dienstleute des Stiftes Essen den Bau einer Stadtmauer. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zog sich die Ausführung dieser gewaltigen Baumaßnahme hin. Die Mauer umschloss die Stadt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.

Das Viehofer Tor ist nach dem Viehof, dem einst im Nordosten der Innenstadt gelegenen Fronhof des Essener Damenstifts, benannt. Dem Viehof oblag die Versorgung des Stifts mit Fleisch und Milchprodukten. Er gehörte vermutlich schon zur Gründungsausstattung des Stifts; auf seinem Gelände entwickelte sich eine Handwerker- und Händlersiedlung zur Stadt Essen. Über das Aussehen des Tores geben Ansichten des 16. und 17. Jahrhunderts spärliche Hinweise. Wie auch bei den anderen drei Stadttoren, wird es sich um ein turmförmiges Haupttor gehandelt haben, von dem aus zwei Torwangen über den Stadtgraben hinweg zum Vortor führten. Im Frühjahr 1995 wurden im Norden der Essener Innenstadt erstmals archäologische Beobachtungen gemacht. Durch Bauarbeiten im Bereich des ehemaligen Viehofer Tores ließ sich in intakter Befundlage unter modernen Schichten ein Nord-Süd orientierter Mauerzug feststellen: dort, wo nach alten Plänen auch die linke Torwange des Viehofer Tores vermutet wurde. Die Reste der Mauer, deren Breite nicht ermittelt werden konnte, waren noch bis zu 1,50 m hoch erhalten. Aus einer in den gewachsenen Boden eingetieften Arbeitsgrube für diese Mauern konnten einige Funde geborgen werden: neben Tierknochen vor allem Scherben des 14./15. Jahrhunderts. Heute sind die archäologischen Befunde wieder zugeschüttet und liegen geschützt unter dem modernen Straßenpflaster.

35. Nördliche Innenstadt

Nördliche Innenstadt

In der Nähe des ehemaligen Viehofer Tores, eines der mittelalterliche Stadttore, entstand 1872-1875 die St. Gertrud-Kirche. Sie bildet ein Zentrum in der nördlichen Innenstadt.

Der Münsteraner Baumeister August Rincklake ließ einen neugotischen Kirchbau errichten, der durch seine seltene Form einer dreischiffigen Emporenhalle und die ornamentale Innenausmalung Beachtung fand.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die St. Gertrud-Kirche zerstört (1943). Beim Wiederaufbau 1955 wurden allein die Außenmauern übernommen, so dass die neugotische Architektur nur in wenigen Teilen erhalten ist.

Gegenüber der St. Gertrud-Kirche befindet sich das ehemalige Allbauhaus . Der Bauherr, der Allgemeine Bauverein Essen AG – kurz Allbau –, wollte mit seinem neuen Verwaltungsgebäude einen städtebaulichen Akzent in der nördlichen Innenstadt setzen. Diese war geprägt durch eine kleinteilige Bebauung und viele kleine Verkaufsbuden.

Der Essener Architekt Ernst Knoblauch (1868-1955) entwarf einen Gebäudekomplex, der durch seine sachliche Ausrichtung auffiel. Das Allbauhaus, gebaut 1927/28, repräsentierte einen neuen Bautyp: das multifunktionale Geschäfts- und Bürohaus. Das Erdgeschoss wurde an ein Kaufhaus, die Obergeschosse als Büroraum vermietet. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg fast unzerstört und wurde später von Arbeiterwohlfahrt, SPD und der Sparkasse genutzt.

An die nördliche Innenstadt grenzt ein Gelände, mit dem die Stadt in den 1970er Jahren Impulse für die Stadtentwicklung geben wollte: das Areal der Universität , die am 1. August 1972 gegründet wurde. Für die Bildungseinrichtung verschwanden die Reste des alten Arbeiterviertel Segeroth, das im Zweiten Weltkrieg stark zerstört worden war: schmucklose Mietskasernen, Lagerplätze von Schrott- und Altpapierhändlern und der Arbeitsbereich vieler Essener Prostituierte.

36. B.M.V - Hirschlandplatz

B.M.V. Hirschlandplatz

B.M.V. Hirschlandplatz

Auf dem heutigen Hirschlandplatz befand sich seit 1299 der Beginenkonvent „Im Alten Hagen“, von 1652 bis 1931 Kloster und Schule der Augustiner Chorfrauen der Congregatio Beatae Mariae Virginis (B.M.V.).

1652 übergab die Äbtissin des Essener Frauenstiftes, Anna Salome von Salm-Reifferscheidt, den nahezu unbewohnten Beginenkonvent den Augustiner Chorfrauen B.M.V., einem Lehrorden. Es war das erste Frauenkloster in Essen. Die Schwestern eröffneten die sog. „französische Schule“, die mit einem Internat verbunden war; sie war bis 1830 die einzige höhere Schule für Mädchen in Essen, außerdem bestand von Anfang an die „deutsche Schule“, eine Volksschule. Schulgeld wurde nicht verlangt, um Mädchen aus allen Bevölkerungsschichten Bildung zu ermöglichen, es gab noch keine allgemeine Schulpflicht. Während der Säkularisation des Kirchenbesitzes 1803 blieb das Kloster erhalten, doch mussten im sog. Kulturkampf zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche z. Zt. Bismarcks die Schwestern Essen 1876 verlassen. 1889 konnten sie zurückkehren und erhielten die Genehmigung zur Wiedereröffnung der höheren Schule, aber nicht der Volksschule; es gab auch kein Internat mehr. 1909 erhielt die B.M.V.-Schule die staatliche Anerkennung, 1929 fand das erste Abitur statt. Aus Platzmangel wurden 1931 Kloster und Schule nach Essen-Holsterhausen verlegt (heutiger Standort), die Schule hatte damals ca. 1000 Schülerinnen, das Kloster 50 Schwestern. Nach dem Umzug wurden die Gebäude abgerissen.

 

37. Segeroth und Großmarkt

Segeroth und Großmarkt

Segeroth und Großmarkt

In fußläufiger Nähe zur Kruppfabrik und zur Zeche Victoria-Mathias (Schacht Gustav) entstand nach 1860 nordwestlich der Essener Altstadt der Segeroth, ein dicht besiedeltes und aus Sicht bürgerlicher Kreise verrufenes Arbeiterquartier.
Zwischen Grabenstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) und Rheinischem Bahnhof und beiderseits der Segerothstraße erbauten vor allem der Bauunternehmer Johann Piekenbrock (1820-1890) und seine Söhne Johann und Carl geschlossene Straßenzüge und Häuserblöcke mit drei- bis schließlich sogar fünfgeschossigen Mietshäusern, von denen kein einziges die Zeiten überdauert hat. Die Hofflächen wurden von Seitenflügeln und vorwiegend wirtschaftlich genutzten Hintergebäuden eingenommen. Abgeschlossene Binnenhöfe, wie sie z. B. in Berlin üblich waren, gab es allerdings nur selten.
Wohnräume im Dachgeschoss mit Fenstern im Drempel oder als Mansarde waren gestattet, Kellerwohnungen hingegen nicht. Vermietet wurde zimmerweise. Der Anteil der Ein- und Zweiraumwohnungen lag um 1900 bei über 60 %, wobei viele Familien zusätzlich Kostgänger beherbergten. Um diese Zeit traten auch vermehrt sogenannte „Mietskasernen“ mit mehr als zehn Wohnungen auf.
Zu den aus heutiger Sicht katastrophalen Wohnbedingungen trugen auch die Aborte bei, die sich auf dem Hof, weit häufiger aber auf dem Treppenabsatz befanden. In einem 1900 von Carl Piekenbrock erbauten Wohnhaus bestanden gerade mal fünf Aborte für 13 Haushaltungen mit 72 Personen.
An der Rheinischen Straße, etwa am Standort dieser Tafel, erbaute die Stadt Essen nach Plänen von Ernst Bode ab 1926 den neuen städtischen Großmarkt.

 

38. Eltingviertel

Eltingviertel

Eltingviertel

Das Gebiet nördlich des Viehofer Platzes wird in Erinnerung an den Essener Bauunternehmer, Sägewerksbesitzer und langjährigen Stadtverordneten Hermann Elting (1838-1898) als „Eltingviertel“ bezeichnet. Zwischen 1880 und 1895 schufen hier Unternehmerpersönlichkeiten wie Hermann Elting, Carl Moschkau oder der Architekt Hermann Kreutzer den dringend benötigten Wohnraum, vor allem für Bergleute und ihre Familien. Die Zusammendrängung der Menschen in den Arbeiterhäusern mit ihrer Hinterhofnutzung, den Toiletten auf dem Hof oder auf dem Treppenabsatz führte zu heute kaum mehr vorstellbaren hygienischen und sozialen Missständen.
Viele der denkmalgeschützten Häuser sind mit Stuckaturen der Renaissance, Ziegelverblendsteinen oder Fliesen dekoriert. An der Beisingstraße beeindruckt die um 1893 erbaute Evangelische Volksschule. Nur wenige Schritte entfernt, auf dem Gelände des früheren Nordfriedhofs an der Peterstraße, steht seit 1958 das für den Kopstadtplatz 1891 geschaffene Kriegerdenkmal. Mit einer ins Heroische gesteigerten Szene auf dem Schlachtfeld wird der Opfer der preußischen Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 gedacht. Indirekt verweist das von Ernst Seger geschaffene Denkmal auf die Reichsgründung unter preußischer Führung.
An der Altenessener Straße lagen die Förderanlagen der Zeche-Victoria-Mathias (Schacht Gustav), die um 1900 zahlreiche Häuser des Eltingviertels aufkaufte, sowie die erste Zentrale des 1898 gegründeten „Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes“ (RWE).

 

39. Einmannbunker und Segeroth-Friedhof

Einmannbunker und Segeroth-Friedhof

Einmannbunker und Segeroth-Friedhof

Einmannbunker sind selten gewordene Zeugen des Zweiten Weltkrieges. Da das Ruhrgebiet heftigen Bombenangriffen ausgesetzt war, existierten neben den Hochbunkern auch zahlreiche dieser Kleinstbunker, so auch auf dem Essener Stadtgebiet. Sie standen überall dort, wo einzelne Personen keine geeigneten Schutzräume während eines Luftangriffes vorfanden, insbesondere am Rande großer Flächen, an militärischen Einrichtungen, Bahnanlagen oder auf dem Gelände großer Fabriken. Sie dienten dem Splitterschutz und ggf. dem Trümmerschutz. Bei Tieffliegerbeschuss waren sie ein sicherer Zufluchtsort.
Im Segeroth wurde im Jahr 2013 ein Einmannbunker entdeckt und als erste in Essen dokumentierte „Splitterschutzzelle“ unter Denkmalschutz gestellt. Er ist aus Stahlbeton und erinnert in seiner Form an einen Zuckerhut. Der Standort befindet sich östlich der ehemaligen Krupp Werksbahn und der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, knapp außerhalb des Kruppschen Fabrikgeländes. Es wird vermutet, dass er zwischen 1939 und 1943 an der Bahnstrecke als Zufluchtsort bei Fliegerangriffen für Bahnbedienstete zur Verfügung stand. Die vier Sehschlitze dienten zur Beobachtung und Belüftung. Die Öse an der Spitze wurde zum Transport benutzt.
Der von hier aus zugängliche, frühere Segerothfriedhof (Ökopark Segeroth) wurde ab 1863 angelegt und bis 1891 mehrfach erweitert. Neben einer Reihe gründerzeitlicher Grabmonumente sind die Gedenksteine für die Grubenunglücke auf den Zechen Victoria-Mathias (1921) und Helene Amalie (1922) stadtgeschichtlich besonders bemerkenswert. Auf dem jüdischen Friedhof am Assmannweg haben sich zahlreiche Gräber und Grabdenkmäler jüdischer Familien erhalten.

 

BahnhofsvorplatzStolpersteineKettwiger TorBautn am Kettwiger Tor im 20. JahrhundertBeghinkonvert 'Am Dunkhaus'BankenviertelKapuzinerklosterDas Gelände der Dinnendahlschen FabrikGrillo TheaterMittelaterlicher FriedhofKettwiger StrasseBurgplatzEssener DomHäuser am StiftsbezirkKreuzgang des MünstersSteeer TorBauten am Steeler tor im 20. JahrhundertAbteigebäudeRathausDenkmalpfad InnenstadtRathaus und MarktMarktkircheKennedyplatzHaus am FlachsmarktHospital zum Heiligen GeistKopstadtplatzLimbecker TorLimbecker StrasseStolpersteineSynagogeWeberplatzBeghinenkonvent beim TurmHeckingsturmViehofer TorNördliche Innenstadt36373839

"Neu"-Eröffnung des Denkmalpfades am 24.10.2011

Ausschnitt aus der NRZ

Der Denkmalpfad:

Empfohlene Rundgänge führen in vielen historischen Ortskernen zu den Sehenswürdigkeiten, verweisen auf archäologische Erkenntnisse oder erzählen die Geschichten, die sich hinter den Fassaden verbergen. An Ort und Stelle nehmen Vergangenheit und Gegenwart Tuchfühlung auf. Die modernen Einkaufsstädte haben nicht selten durch die „Stürme“ der Vergangenheit, etwa durch die Bombardements des Zweiten Weltkrieges, ihre historische Authentizität eingebüßt. Hier sind „Fenster in die Vergangenheit“ besonders wertvoll. Auch der Denkmalpfad in der Essener Innenstadt möchte solche Fenster aufstoßen und über die Entwicklung des Ortes seit vorgeschichtlicher Zeit, vor allem aber seit der Gründung des Essener Frauenstiftes im 9. Jahrhundert berichten. Während in den Streifzügen dieses Buches vorrangig die sichtbaren Objekte, Architektur, Kunst im öffentlichen Raum, Denkmäler aus Stein oder Bronze, im Fokus stehen, und der Blick in die Vergangenheit oft nur „gestreift“ wird, kann der interessierte Einwohner oder Gast mit Hilfe des Denkmalpfades seine Kenntnisse vertiefen. Die zurzeit 35 Stationen des Denkmalpfades erinnern z.B. an das Geburtshaus von Friedrich Krupp am Flachsmarkt oder die frühere Synagoge an der Gerswidastraße, sie führen auch an Stellen, die von den üblichen touristischen Routen nicht erfasst werden. Historische Ansichten lassen die Gebäude auferstehen, archäologische Fundstellen werden dokumentiert, begleitende Texte informieren über die geschichtlichen Zusammenhänge. Der Denkmalpfad wurde vom Ruhr Museum Essen und vom Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege der Stadt Essen konzipiert und vom Historischen Verein für Stadt und Stift Essen realisiert.

Erweiterung am 23.10.2020 wurde der Denkmalpfad um vier weitere Tafeln erweitert.

Erweiterung des Denkmalpfades am 23.10.2020 um vier neue Tafeln.

Der Oberbürgermeister Thomas Kufen hat am 23.10.2020 in Anwesenheit des Hauptsponsors GENO BANK ESSEN, mit dem Vorstandsvorsitzenden Heinz-Georg Anschott ESSEN; Vertreterinnen der B.M.V., Schwester Ulrike und Schwester Dorothea; der BV I; Vertreterinnen von Grün und Gruga und des Geschäftsführenden Vorstandes des Historischen Vereins die Tafel 36 „B.M.V. Hirschlandplatz“ eröffnet und drei andere Tafeln symbolisch mit.

  • Tafel 37 Segeroth und Großmarkt
  • Tafel 38 Eltingviertel
  • Tafel 39 Einmannbunker und Segeroth-Friedhof

Bilder von der Erweiterung am 23.10.2020