Marktkirche

Die Kirche am zentralen Platz der vorindustriellen Stadt ist in der Mitte des 11. Jahrhunderts als Kapelle der heiligen Gertrud erstmals erwähnt. Sie war die Pfarrkirche der Bürger und des Stadtrats und stand bis zur Reformation von 1563 unter der Kontrolle der Stiftsgeistlichen. Danach diente sie als evangelisch-lutherische Gemeindekirche. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurden 1952 nur die beiden östlichen Joche wiedererrichtet.

Zwischen 1993 und 1995 legten Archäologen in der Marktkirche und in ihrem Umfeld viele gut erhaltene Befunde frei, insbesondere aus dem Mittelalter.

Weit über hundert Gräber, die zum Friedhof der Kirche gehörten, wurden aus gegraben, ohne dass damit die Ausdehnung des Gräberfeldes ermittelt werden konnte. Bis zu sechs Gräber, meist Bestattungen in Holzsärgen, lagen übereinander. Einige befanden sich in einer Tiefe von nur 50 Zentimetern unter der modernen Straßenoberfläche. Die ältesten Bestattungen könnten aus dem 11. Jahrhundert stammen, wie zufällig in die Grabgruben hineingelangte Gefäßreste es vermuten lassen. Neben dem Friedhof konnten auch die Fundamente des Turmes und Teile des dritten Joches der Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut wurden, freigelegt und dokumentiert werden. Der romanische Turm könnte noch aus dem 12. Jahrhundert stammen. An seiner Südseite war seit 1399 in einem Anbau die große Stadtwaage untergebracht.

Die Marktkirche von Süden, 1889 –1893
Marktkirche von Süden
Blick auf die Grabungsfläche, 1995
Blick auf die Grabungsfläche, 1995
Die Fundamentreste des Turmes, 1995
Die Fundamentreste des Turmes, 1995