Das »Höfekreuz« gehört zu den seltenen Zeugnissen der Volksfrömmigkeit, die sich aus vorindustrieller Zeit in Essen erhalten haben. Eng verbunden ist es mit der Geschichte der Höfe Overrath, Pottgießer und Schulte-Silberkuhl (Grotenhof), die am nordöstlichen Rand der Bauerschaft Frohnhausen einen Weiler bildeten. Die Höfegruppe »Overrath« ist seit dem 13. Jahrhundert urkundlich belegt. An sie erinnert bis heute das aus dem 18. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus des Grotenhofes (Senioreneinrichtung »Haus Grotehof«
Gefertigt wurde das Sandsteinkreuz mit Korpus 1790 für den benachbarten Pottgießerhof, der sich damals im Besitz der Eheleute Johannes Pottgießer und Gertrud Pottgießer geb. Stratmann befand. In ihrem Steinbrucharbeitete ein italienischer Gastarbeiter, der das Kreuz gefertigt haben soll. Es wurde an der Zufahrt zu den Höfen an der heutigen Niebuhrstraße aufgestellt. Ein
Kuriosum ist die im Sockel eingehauene römische Jahreszahl, bei der die Buchstaben D und M vertauscht sind. Richtig muss es MDCCLXXXX (1790) lauten. Später wurde das Kreuz in den Garten des Pottgießerhofes umgesetzt, der durch Einheirat inzwischen Baecker genannt wurde. 1937 verkaufte Hermann Baecker den Hof an die Firma Krupp, die hier eine Siedlung für ihre Werksangehörigen errichten ließ. Dabei machte er den Erhalt des Kreuzes zur Bedingung. Genutzt wurde es als Segensstation für Prozessionen. Seit etwa 1960 steht es an der Raumerstraße und wurde dort 1981 nach umfassender Restaurierung als »Missionskreuz« gesegnet.
Eine Gedenktafel erinnert seit 1994 daran, dass sich
hinter dem jetzigen Standort des Kreuzes während
des Zweiten Weltkrieges ein Lager für sowjetische
Kriegsgefangene befand.