Das Frohnhauser »Feldkreuz«

Am südlichen Rand der Bauerschaft Frohnhausen befand sich der Hof Pollerberg genannt Lange, dessen Felder bis zum Pfingstfeld und zur heutigen Raffelberger Straße reichten. Hier verlief der historische »Kirchweg«, ein Feldweg, der in vorindustrieller Zeit für den sonntäglichen Kirchgang der im südlichen Teil von Frohnhausen und in Fulerum lebenden Menschendiente. Da es damals noch keine kirchlichen Gebäude im Umfeld gab, mussten die Bewohner in Essen den Gottesdienst besuchen. Der Weg führte quer über das Pollerbergsche Gelände und mündete am heutigen Riehlpark auf die Frohnhauser Straße. An einer Weggabelung, etwa dort, wo sich die Kreuzung der Berliner und Mülheimer Straße erstreckt, befand sich ein »uraltes Kruzifix« aus Stein mit einer Christusfigur. Einmal im Jahr wurde zu diesem Kreuz eine Bittprozession abgehalten, um für das Gedeihen der Feldfrüchte zu beten. Wohl schon um 1880 musste das Feldkreuz an den Pollerbergshof an der Kölner Ecke Pollerbergstraße versetzt werden. Um neue Straßen anzulegen, wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts abgebaut. Auch der Pollerbergshof musste der Neubebauung 1908 weichen. Dies nahm man zum Anlass, um das Kreuz, jetzt als ein Holzrahmen mit Christusfigur, an der nahegelegenen Frankfurter Straße wieder aufzustellen. Hier lag die Villa des Bauernhofes Ridder, an deren Einfriedungsmauer das Kreuz aufgestellt wurde. An Fronleichnam wurde hier ein Segensaltar der St. Antonius-Pfarre aufgebaut. 1959 wurde das Kreuz mit einer geschnitzten Christus-figur aus dem Kleinwalsertal versehen und 1981 durch die Frohnhauser Kolpingfamilie nochmals erneuert. Seitdem wurde es nur noch mit einem Kranz geschmückt. Im Zuge von Baumaßnahmen musste das Kreuz 2022entfernt werden und fand im Jahr darauf mit Unterstützung des Vereins Frohnhauser Denkmäler und Kulturwerte e.V. und der Bezirksvertretung III an der St. Antoniuskirche eine neue Bleibe, nicht weit von seinem ursprünglichen Standort entfernt. Hier hält das Frohnhauser »Feldkreuz« die Erinnerung an die früher überwiegend katholisch geprägte Landbevölkerung und ihre Volksfrömmigkeit aufrecht.