Limbecker Tor

1244 beschlossen die Bürger der Stadt und die Dienstleute des Stiftes Essen den Bau einer Stadtmauer. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zog sich die Ausführung dieser gewaltigen Baumaßnahme hin. Die Mauer umschloss die Stadt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.

Das Limbecker Tor, 1323 erstmals erwähnt (porta Lindenbeke), bildete den westlichen Zugang zur Stadt. Es ist nach der Limbeke benannt, dem der westlichen Stadtmauer vorgelagerten Bach. Da die seit dem 16. Jahrhundert überlieferten Stadtansichten allesamt die Stadt von Osten zeigen, verfügen wir über keine bildliche Darstellung des gesamten Tores. Doch handelt es sich nach Ausweis der schriftlichen Überlieferung wie bei den anderen Toren um eine Anlage mit Haupt- und Vortor, durch lange Torwangen miteinander verbunden. Mit dem Bau des Limbecker Vortores 1418 fand der Mauerbau seinen Abschluss. Das Wasser des unter der Toranlage fließenden Grabens betrieb 1457 das Hammerwerk eines Harnischmachers, ab 1465 eine Lohmühle. Das Tor war namengebend für die westliche »Bauerschaft«, das bevölkerungsreichste der vier Stadtviertel. Wie archäologische Beobachtungen belegen, liegt das heutige, durch Aufschüttungen gehobene Geländeniveau im Bereich des Vortores deutlich über dem des Mittelalters. Stadtwärts führte die Limbecker Straße vom tiefergelegenen Tor hinauf zum Marktberg. Auf der Feldseite gelangte man westwärts in Richtung Altendorf und weiter nach Duisburg, Köln und Aachen.
Der genaue Zeitpunkt des Abbruchs ist nicht bekannt, doch dürfte es spätestens im Zuge der Niederlegung des Mauerabschnitts zwischen Limbecker und Kettwiger Tor in den 1820er Jahren abgetragen worden sein.

Ausschnitt aus der Stadtansicht eines unbekannten Künstlers, um 1680
Stadtansicht
Blick in eine Baugrube an der Ostseite der Kastanienallee mit einem mächtigen Mauersegment unmittelbar im Norden des Limbecker Tores, 1950er Jahre
Blick in die Baugrube