Steeler Tor

1244 beschlossen die Bürger der Stadt und die Dienstleute des Stiftes Essen den Bau einer Stadtmauer. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zog sich die Ausführung dieser gewaltigen Baumaßnahme hin. Die Mauer umschloss die Stadt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.

Das 1322 erstmals erwähnte Osttor (porta Grintberghe) war bis Anfang des 16. Jahrhunderts nach einer kleinen Anhöhe im Osten der Stadt benannt, später nach der Straße, die zu dem zum Stift Essen gehörenden Ort Steele (Stelsche porten , 1514) führte. Durch das Steeler Tor führte der Hellweg, einer der bedeutendsten Fernhandelswege des Mittelalters, über Dortmund, Soest, Paderborn, Braunschweig, Magdeburg und Berlin zu den ostpreußischen Hansestädten.

Auf der Altartafel des Barthel Bruyn von 1522/1525 ist die früheste bildliche Darstellung der Toranlage zu finden. Sie bestand aus einem Haupttor mit bescheidenem Turm und einem durch lange Torwangen mit diesem verbundenen Vortor. Letzteres war an den Ecken mit Rundtürmen versehen. Nach dem Tor war das östliche Viertel der Stadt, wohl die kleinste der vier »Bauerschaften«, benannt. Stadtseitig führte die Steeler Straße vom tiefergelegenen Tor hinauf zum Marktplatz. Feldseitig grenzte im Süden der abteiliche Teich, im Norden der lange Graben an die Toranlage. Die Niederlegung des alten Mauerrings in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutete auch das Ende des östlichen Stadtzugangs: 1823 wurde die gesamte Anlage auf Abbruch verkauft.

Ausschnitt aus der Altartafel des Barthel Bruyn, 1522 – 1525 (Münsterkirche Essen)
Altartafel des Barthel Bruyn
Ausschnitt aus der Stadtansicht von Braun/Hogenberg, 1581
Stadtansicht von Braun/Hogenberg, 1581