Essener Dom

Der Dom, ehemals Münsterkirche, mit der im Westen vorgelagerten Anbetungskirche St. Johann Baptist, birgt die einzigen architektonischen Zeugnisse in der Essener Innenstadt, die ins Mittelalter zurück reichen (neben einem geringen Baubestand in der Marktkirche). Sie weisen in die Zeit, als Essen von Äbtissinnen regiert wurde: Das Frauenstift Essen bestand von der Mitte des 9. Jahrhunderts bis 1802/03. Die Säkularisation der geistlichen Territorien bedeutete auch das Ende des Essener Frauenstiftes. Fast 1.000 Jahre lang bildete die Münsterkirche das religiöse und herrschaftliche Zentrum von Essen.

Die Johanniskirche ist vermutlich aus einer Taufkapelle des 10. Jahrhunderts hervorgegangen, die zur Stiftskirche gehörte. Sie wurde später als spätgotische Hallenkirche neu gestaltet (1471).

Das Atrium, ursprünglich gegen 1060/70 ausgeführt, verbindet die Johanniskirche mit dem Westbau des Münsters.

Der Weg durchs Atrium führt nicht nur zur Münsterkirche, sondern auch zum Kreuzgang. Teile der ursprünglichen Anlage von 1240 finden sich heute noch im Ostflügel.

Zentrum des Stiftslebens war die Münsterkirche, die eine wechselvolle Baugeschichte erfuhr. Der Gründungsbau wurde Mitte des 9. Jahrhunderts von dem Stiftsgründer Altfrid als eine dreischiffige Basilika mit östlichem Querschiff errichtet.

Nach einem Stiftsbrand im Jahre 946 wurde die Kirche neu erbaut und um das Jahr 1000 mit dem berühmten ottonischen Westbau versehen. Mitte des 11. Jahrhunderts erfolgte der Bau der Krypta unter dem Hochchor.

Ein weiterer Brand zerstörte 1275 die Anlage in großen Teilen, allerdings blieben Westbau und Krypta erhalten. In den Jahren 1276 bis 1327 entstand ein gotischer Neubau, der als dreischiffige Hallenkirche ausgeführt wurde.

Der Zweite Weltkrieg fügte der Kirchenanlage umfangreiche Schäden zu. Unter schwierigen Verhältnissen leitete der Regierungsbaumeister Emil Jung den Wiederaufbau. 1958 wurde das Ruhrbistum errichtet. Die Münsterkirche, die nach der Säkularisation des Frauenstiftes als Pfarrkirche der Innenstadt gedient hatte, wurde zur Kathedralkirche der neuen Diözese Essen erhoben.

Münster- und Johanniskirche mit Kreuzgang und Klostergarten, vermutlich 1920er Jahre (Stadtbildstelle Essen)
Hauptschiff der Münsterkirche mit Blick zum ottonischen Westbau, 1930er Jahre (Stadtbildstelle Essen)
Hauptschiff der Münsterkirche
Atrium mit Holzkruzifix aus dem 15. Jahrhundert (Willy van Heekern, Fotoarchiv Ruhr Museum)
Atrium mit Holzkruzifix aus dem 15. Jahrhundert