Bauten am Kettwiger Tor im 20. Jahrhundert

Im südlichen Eingangsbereich zur City treffen 1950er-Jahre-Architektur und Baustil aus dem Kaiserreich aufeinander.

Das Eick-Haus wurde 1913-1915 nach Plänen des Architekten Georg Metzendorf 1874-1934) gebaut, der auch die Gartenstadt Margarethenhöhe gestaltet hat. Für die Firma „A. Eick Söhne“, die in Essen führend im Bereich Wohnungseinrichtungen und Teppiche war, entwarf er ein repräsentatives Geschäftshaus. Durch dessen Lage am ehemaligen südlichen Stadttor (Kettwiger Tor) und damit am Eingang zur Essener Innenstadt besaß es eine besondere städtebauliche Bedeutung.

Die prachtvolle Ausstattung hat den Zweiten Weltkrieg und die Veränderungen der Wiederaufbauzeit nicht überstanden. Die Verkaufsräume wurden den funktionalen Bedürfnissen der Nachkriegszeit angepasst und das Pagodendach durch ein Flachdach ersetzt.

Gegenüber dem Eick-Haus befindet sich das Haus am Kettwiger Tor (1953-1957). Der Architekt Wilhelm Eggeling setzte sich bewusst von der wuchtigen Geschlossenheit des benachbarten Handelshofes ab und entwarf einen schmalen Baukörper, der mit acht Geschossen in die Höhe strebt.

Das „Haus am Kettwiger Tor“ steht vor allem zum dahinter liegenden Allianzhaus in einer besonderen Beziehung. Es wurde ebenfalls von Eggeling entworfen, aber bereits 1952 gebaut. Mit dem zehngeschossigen Bauwerk begann in Essen der moderne Hochhausbau nach dem Krieg. Die unverblendeten Stahlbetonstützen und die Fensterreihung ergeben eine Rasterfassade, die typisch für das neue Bauen in den 1950er Jahren war.

Bekannt durch sein Pagodendach: das Eick-Haus um 1928 (Stadtbildstelle Essen)
Eick-Haus
Haus am Kettwiger Tor und Allianzhaus im September 1955 (Stadtbildstelle Essen)
Haus am Kettwiger Tor und Allianzhaus im September 1955 (Stadtbildstelle Essen)