Kettwiger Tor

1244 beschlossen die Bürger der Stadtund die Dienstleute des Stiftes Essen den Bau einer Stadtmauer. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zog sich die Ausführung dieser gewaltigen Baumaßnahme hin. Die Mauer umschloss die Stadt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.
 Das an der Südseite der Stadt gelegene Kettwiger Tor ist als erstes der vier Stadttore 1288 in der urkundlichen Überlieferung bezeugt. Nach ihm waren sowohl das südliche Stadtviertel (burscap) wie auch eine der vier Hauptstraßen (platea Kettwich, 1330) benannt.
Schon zur Zeit seiner Ersterwähnung dürfte es massiv in Stein ausgeführt gewesen sein. Über seine Gestalt geben einige Stadtansichten seit dem 16. Jahrhundert Aufschluss. Übereinstimmend zeigen sie eine aus Haupttor und vorgelagertem Vortor bestehende Anlage. Wenn die Stadtansichten zuverlässig  sind, hat das Kettwiger Tor in der Frühen Neuzeit Veränderungen erfahren: Während die Ansicht von Braun/Hogenberg (1581) den Turm des Haupttores in gotischer Form mit Haube zeigt, ist auf einer Ansicht des späten 17. Jahrhunderts ein wesentlich gedrungenerer Turm mit Satteldach zu sehen. Das Vortor wurde von zwei Rundtürmen flankiert.
Mehr als fünf Jahrhunderte kontrollierte das Kettwiger Tor den südlichen Zugang zur Stadt. Die »Kölnische Straße« verband Essen über Werden bzw. Kettwig und Düsseldorf mit der rheinischen Handelsmetropole.
Der genaue Zeitpunkt des Abbruchs ist nicht bekannt, doch dürfte es spätestens im Zuge der Niederlegung des Mauerabschnitts zwischen Limbecker und Kettwiger Tor in den 1820er Jahren abgetragen worden sein.

Ausschnitt aus der Stadtansicht von Braun/Hogenberg, 1581
Ausschnitt aus der Stadtansicht von Braun/Hogenberg, 1581
Ausschnitt aus der Stadtansicht eines unbekannten Künstlers, um 1680
Ausschnitt aus der Stadtansicht eines unbekannten Künstlers, um 1680