| Programm 2010 |
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| Donnerstag, den 14. Januar 2010 um 20:00 Uhr |
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Veranstaltungsübersicht des Historischen Vereins 2/2010
Donnerstag, 8. Juli, 18 Uhr Vortrag Dr. Klaus Wisotzky (Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv): Die Karsamstagtragödie (Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Bismarckstr. 10)
Die Karsamstagstragödie bei Krupp war sicherlich der folgenschwerste Zwischenfall während der Ruhrbesetzung. Als am 31. März 1923 ein kleiner Trupp französischer Soldaten LKWs beschlagnahmen wollte, versammelte sich eine riesige Menschenmenge vor dem Tor der Wagenhalle, um die Requirierung zu verhindern. Die Soldaten fühlten sich bedroht und töteten bei ihrem Abzug wild um sich schießend 13 Demonstranten. Der Vortrag analysiert nicht nur eingehend das Geschehen, sondern betrachtet auch die Folgegeschichte mit der Verurteilung von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach durch ein französisches Gericht. Gefragt wird auch nach der Bedeutung dieses Ereignisses in der Essener Erinnerungskultur.
Donnerstag, 5. August, 18 Uhr Film von Claus Bredenbrock (WDR): „Franzosen im Revier. Der Ruhrkampf 1923“ Im Rahmen des Projekts „Fremd(e) im Revier“ der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 (Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Bismarckstr. 10)
Der Fernsehjournalist Claus Bredenbrock drehte für den WDR einen Film über die französische Besetzung des Ruhrgebiets 1923, der völlig neue Ansichten eröffnet. Bredenbrock war bei seiner Recherche auf das „Musee Albert Kahn“ in Paris gestoßen - und auf vier Stunden französisches Dokumentarfilmmaterial aus der Zeit, das noch nie in Deutschland zu sehen war. Dazu kommen etwa 400 farbige Fotoplatten, die im besetzten Ruhrgebiet aufgenommen wurden.
Donnerstag, 9. September, 18 Uhr Vortrag Dr. Stefan Pätzold (Stadtarchiv Bochum – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte): Willkommene Gäste oder gefährliche Gauner? Fremde in Essen, Bochum und Dortmund während des späten Mittelalters (Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Bismarckstr. 10)
Viele Menschen, darunter Kaufleute und Handwerker, Pilger, fahrendes Volk und Gauner, zogen im Mittelalter von Ort zu Ort. Auf dem Hellweg kamen sie – manche ehrlich, manche gefährlich – auch nach Essen, Bochum oder Dortmund. Die meisten dieser Auswärtigen waren indes bitter arm und benötigten Nahrung und Obdach. Von den Fremden, aber auch vom Umgang der Stadtbewohner mit ihnen handelt dieser Vortrag.
Sonntag, 26. September, 16 Uhr Führung Achim Mikuscheit (Ruhr Museum) / Robert Welzel: Die Kulturlandschaft Halbachhammer und Südwestfriedhof Treffpunkt: Halbachhammer im Nachtigallental
Nachdem Achim Mikuscheit im letzten Jahr durch die Siedlung Margarethenhöhe führte, erkundet er zusammen mit Robert Welzel die direkte Nachbarschaft dieses Stadtteils. Um den Halbachhammer im Nachtigallental hat sich eine Kulturlandschaft entwickelt, die einen besonderen Blick wert ist. Die Wanderung führt weiter zum Südwestfriedhof, dessen Geschichte und Gestaltung Robert Welzel vorstellen wird.
Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Samstag, 2. Oktober, 11 Uhr Führung durch die Ausstellung „Helden“ im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen (Treffpunkt: LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen, Werksstraße 31-33, 45527 Hattingen)
Ob Herkules oder Schimanski, Jeanne d'Arc oder Lara Croft - jede Zeit macht ihre Helden. Das zeigt die große Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart der Heldenverehrung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen präsentiert. 850 hochkarätige Exponate laden ein zu einer Reise von Rom bis ins Revier. Die Spannweite ist groß: vom antiken Heldenmythos, der Jahrhunderte überdauert, bis zum TV-Helden für einen Abend, von den Anfängen europäischer Kultur bis zu den Helden des Ruhrgebietes. Die Ausstellung leistet damit einen besonderen Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.
Schriftliche Anmeldung mit beiliegendem Formular. Die Kosten für den Eintritt betragen pro Person € 5,- (Gruppenpreis). Das Honorar für die Führung trägt der Historische Verein.
Freitag, 5. November, 14.15 Uhr Führung Dr. Sigrid Schneider (Ruhr Museum): „Alles wieder anders“ – Fotografien aus der Zeit des Strukturwandels (Treffpunkt: Besucherzentrum in der Kohlenwäsche auf Zollverein)
Das Ruhrgebiet hat in den letzten 40 Jahren einen rasanten Strukturwandel von einer ehemaligen Industrieregion zur modernen Dienstleistungs- und Kulturmetropole vollzogen. Die Sonderausstellung des Ruhr Museums zeigt Bilder dieses Wandels - ca. 400 Fotografien aus den 1970er Jahren bis heute, überwiegend aus eigenen Beständen. Zu besichtigen ist ein beeindruckendes Kaleidoskop der Region zu Themen wie Arbeit und Freizeit, Ökologie und Siedlungsformen im urbanen Großraum. Parallel findet eine weitere Sonderausstellung im Ruhr Museum statt: „Schwarzes Revier“ von Heinrich Hauser. Hausers Fotoreportage, entstanden 1928 auf einer 6.000 Kilometer langen Autofahrt durchs Ruhrgebiet, liefert faszinierende Beobachtungen und ausdrucksvolle Bilder aus einer bis dahin kaum bekannten Region Deutschlands. Hausers Reportage zählt zu den frühen fotografischen Meisterwerken über das Ruhrgebiet. Nach der Führung durch „Alles wieder anders“ haben Sie Gelegenheit, sich diese Ausstellung anzusehen.
Schriftliche Anmeldung erbeten. Die Kosten für den Eintritt betragen pro Person € 5,- (Gruppenpreis). Ein Führungsentgelt fällt nicht an.
Donnerstag, 11. November, 18 Uhr Vortrag Prof. Dr. Stefan Goch (Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen) : Von der Kohlekrise zum neuen Ruhrgebiet – Politik für Ruhrkohle und Ruhrrevier (Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Bismarckstr. 10)
Nach dem Beginn der Krise des deutschen Steinkohlenbergbaus 1957/58 eskalierte die Krise nach einer kurzen Verschnaufpause Mitte der 1960er Jahre. Mit der Gründung der Ruhrkohle AG, kohle- und energiepolitischen Maßnahmen und regionaler Strukturpolitik bemühten sich die politischen Akteure um die Bewältigung des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Der Vortrag gibt einen Überblick über den schwierigen und konfliktreichen Weg zum neuen Ruhrgebiet, das 2010 Kulturhauptstadt Europas ist.
Donnerstag, 2. Dezember, 18 Uhr Vortrag Prof. Dr. Oliver Scheytt (Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH): Rückblick auf 2010 – Essen für das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas (Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Bismarckstr. 10)
Mit Oliver Scheytt, dem ehemaligen Essener Kulturdezernenten und dem jetzigen Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH, konnte der Historische Verein einen der profundesten Kenner der Kulturszene im Ruhrgebiet als Referenten gewinnen. Er war schon entscheidend daran beteiligt, die Bewerbung Essens bei dem Wettbewerb um den deutschen Kandidaten für die Kulturhauptstadt zu einem Erfolg zu führen. Er wird Bilanz ziehen über das Jahr 2010 und seine Bedeutung für Essen und das Ruhrgebiet. Traditionell hat der Dezembervortrag einen Bezug zum Thema der Essener Lichtwochen, die dieses mal erneut die Kulturhauptstadt in den Mittelpunkt stellen.
Veranstaltungsübersicht des Historischen Vereins 1/2010Samstag, 23. Januar, 14 Uhr Treffpunkt: Ruhr Museum, Zeche Zollverein, Schacht XII (Besucherzentrum), Fritz-Schupp-Allee 14 Nach einer fulminanten Eröffnung des Ruhr Museums zum Auftakt des Kulturhauptstadtjahres 2010 können die Mitglieder des Historischen Vereins bereits die neue Dauerausstellung besichtigen. Unser Vorstandsmitglied Theo Grütter, der als Projektleiter Konzeption und Aufbau mit gestaltet hat, wird die Führung übernehmen.
Donnerstag, 4. Februar, 17 Uhr (Rathausfoyer, Porscheplatz 1) Der Stadtarchäologe Herr Dr. Hopp hat auch für dieses Jahr eine aufschlussreiche Präsentation seine Grabungsergebnisse zusammengestellt. So erbrachte die Umgestaltung des Domvorplatzes interessante mittelalterliche und neuzeitliche Befunde, vor allem aber neuzeitliche Gräber. Im Zwölfling wurden außerdem Reste der mittelalterlichen Stiftsmauer entdeckt. Eine Anmeldung zu dieser Führung ist nicht erforderlich.
Donnerstag, 11. März, 18 Uhr (Haus der Essener Geschichte, Bismarckstr. 10) Für die Jahreshauptversammlung ergeht eine gesonderte Einladung. Bitte beachten Sie, dass die Versammlung zum ersten Mal im Haus der Essener Geschichte am Bismarckplatz stattfinden wird.
Donnerstag, 11. März, 19 Uhr (Haus der Essener Geschichte, Bismarckstr. 10) Nachdem im Vorjahr Herr Wisotzkys Vortrag über die Revolution 1918/19 ein interessiertes Publikum gefunden hat, folgt nun quasi die Fortsetzung. Als beim "Kapp-Putsch" im März 1920 rechtsextreme Kräfte die Reichsregierung stürzen wollten, wurde der Generalstreik in Deutschland ausgerufen. Bewaffnete Arbeiter gingen im Ruhrgebiet gegen die Putschisten vor, wurden aber später von Reichswehr und Freikorps verfolgt. Auch in Essen kam es zu Kämpfen, wobei vor allem die blutige Auseinandersetzung um den Wasserturm am Steeler Berg bekannt wurde.
Donnerstag, 8. April, 18 Uhr (Haus der Essener Geschichte, Bismarckstr. 10) Am 1. Februar 1949 schrieb Baudissin an Emil Nolde, nachdem er zunächst sein Engagement gegenüber dem als entartet diffamierten Künstler in den Jahren nach 1934 bekräftigt und sein eignes berufliches Schicksal dagegen akzentuiert hatte: „Ich blieb im übrigen amtsenthoben und verfemt, ein Zustand, der Ihnen nicht unbekannt ist". Wüsste man nicht um die Geschehnisse, die sich nach dem Klaus Graf von Baudissin zu Beginn des Jahres 1934 die Leitung am Museum Folkwang anstelle des demissionierten Ernst Gosebruch übernommen hatte, ereigneten, würde man vielleicht vermuten, es handle sich hier um ein Schreiben eines Bekannten an Nolde, der aufgrund seiner unbeugsamen Gesinnung ein ähnliches, Menschen verachtendes, vom Ungeist der nationalsozialistischen Kulturpolitik betroffenes Dasein führen musste. Man würde sich kaum vorstellen können, das der Autor des Briefes aus purem Opportunismus sich schon früh in den 20er Jahren der nationalsozialistischen Ideologie angeschlossen und sich, um den gesellschaftlichen wie beruflichen Vorteil zu nutzen, zu einem gezielten Denunzianten und überzeugten Antisemiten entwickelt hatte. Und man würde gar nicht in Erwägung gezogen haben, dass der Briefschreiber nicht zuletzt maßgeblich daran beteiligt gewesen war, das Museum Folkwang, einst als erstes Museum der Moderne gefeiert, für den Zeitraum einer langen Dekade in den Status eines belanglosen Museums für Kunst des 19. Jahrhunderts zu versetzen.
Donnerstag, 6. Mai, 18 Uhr (Haus der Essener Geschichte, Bismarckstr. 10) Vor 200 Jahren, am 9. Mai 1810, starb die Essener Kauffrau Helene Amalie Krupp im Alter von 77 Jahren. Sie konnte auf einen bemerkenswerten Erfolg als international handelnde Unternehmerin zurückblicken - und dies in einer Zeit ungeheurer politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen, angefangen von den Kämpfen Friedrichs des Großen um Schlesien bis hin zur Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegszügen. Nach heutigen Begriffen muss man sie als Multimillionärin bezeichnen. Ohne ihr Vermögen und ihr Erbe hätte ihr Enkel Friedrich Krupp die Gussstahlfabrik im Jahre 1811 nicht gründen können. Wie kann man heute ihren Erfolg erklären, wo setzte sie Akzente und warum überließ sie das Handeln nicht den Männern der Familie?
Donnerstag, 17. Juni, 18 Uhr (Haus der Essener Geschichte, Bismarckstr. 10) Mit seinen Vorträgen und Führungen zum Thema Isenburg ist Herr Dr. Leenen den Mitgliedern des Vereins wohl bekannt. Als Projektleiter ist er verantwortlich für die Ausstellung „AufRuhr 1225!" im LWL-Museum für Archäologie in Herne. In seinem Vortrag behandelt einen Wendepunkt in der Geschichte der Ruhrregion: der 7. November 1225. In dieser Nacht wurde Erzbischof Engelbert im Hohlweg bei Gevelsberg Opfer eines Anschlages und verlor sein Leben. Bis heute sind die genauen Hintergründe der Tat nicht geklärt. Als Drahtzieher des Anschlages gilt ein Verwandter des Erzbischofs, Friedrich von Isenberg. Was auch immer mit dem Anschlag ursprünglich bezweckt war: Die Folgen des tödlichen Hinterhaltes waren enorm: Die Vormachtstellung des Erzbischofs geriet ins Wanken, unzählige Kleinkriege, mehrere hundert Burgenbauten, Aufstieg und Niedergang von Adelsfamilien, die miteinander um Rang und Bedeutung stritten, sind das Ergebnis. Bis heute sind die Spuren dieser Zeit sichtbar. Nicht nur zahlreiche Burgruinen sind auf dieses Ereignis zurückzuführen, sondern auch die Zersplitterung, welche die Ruhrregion heute prägt, hat letztlich ihre Wurzeln in dieser dunklen Novembernacht.
Samstag, 26. Juni, 11 Uhr Treffpunkt vor dem Museum, Europaplatz 1,. 44623 Herne Nach seinem Vortrag wird Herr Dr. Leenen auch die Führung durch die Ausstellung „AufRuhr1225!" übernehmen. Am Leben und Sterben des Erzbischofs Engelbert von Köln und seines Kontrahenten Friedrich von Isenberg erzählt die Ausstellung von Mord und Fehde, Macht und Niederlagen, Raubrittern und Edelmännern. Von einem schicksalsträchtigen Mord im Jahre 1225 bis hin zur letzten großen Ritterschlacht zeigt die Großausstellung das mittelalterliche Leben im Ruhrgebiet. Von der Geburt bis zur Grablege, von der Heiratspolitik bis zur Hinrichtung können Sie das Mittelalter in spannenden Inszenierungen hautnah erleben. Der Eintrittspreis beträgt € 6,00. Anfahrt: Mit dem Zug (S 2 Richtung Dortmund) zum Herner Bahnhof und dann in die U 35 (Richtung Bochum Hustadt). Die zweite Haltestelle „Archäologie-Museum/Kreuzkirche" bitte aussteigen. Die U35 fährt alle 10 Minuten.
Rückblick 2010
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 04. August 2010 um 14:29 Uhr |
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