| Donnerstag, 8. April, 18 Uhr |
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| Geschrieben von: Karsten Plewnia |
| Freitag, den 12. März 2010 um 12:14 Uhr |
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Donnerstag, 8. April, 18 Uhr (Haus der Essener Geschichte, Bismarckstr. 10) Am 1. Februar 1949 schrieb Baudissin an Emil Nolde, nachdem er zunächst sein Engagement gegenüber dem als entartet diffamierten Künstler in den Jahren nach 1934 bekräftigt und sein eignes berufliches Schicksal dagegen akzentuiert hatte: „Ich blieb im übrigen amtsenthoben und verfemt, ein Zustand, der Ihnen nicht unbekannt ist". Wüsste man nicht um die Geschehnisse, die sich nach dem Klaus Graf von Baudissin zu Beginn des Jahres 1934 die Leitung am Museum Folkwang anstelle des demissionierten Ernst Gosebruch übernommen hatte, ereigneten, würde man vielleicht vermuten, es handle sich hier um ein Schreiben eines Bekannten an Nolde, der aufgrund seiner unbeugsamen Gesinnung ein ähnliches, Menschen verachtendes, vom Ungeist der nationalsozialistischen Kulturpolitik betroffenes Dasein führen musste. Man würde sich kaum vorstellen können, das der Autor des Briefes aus purem Opportunismus sich schon früh in den 20er Jahren der nationalsozialistischen Ideologie angeschlossen und sich, um den gesellschaftlichen wie beruflichen Vorteil zu nutzen, zu einem gezielten Denunzianten und überzeugten Antisemiten entwickelt hatte. Und man würde gar nicht in Erwägung gezogen haben, dass der Briefschreiber nicht zuletzt maßgeblich daran beteiligt gewesen war, das Museum Folkwang, einst als erstes Museum der Moderne gefeiert, für den Zeitraum einer langen Dekade in den Status eines belanglosen Museums für Kunst des 19. Jahrhunderts zu versetzen. |
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